Neues vom Schrumpelstielzchen

Sorry! Es geht schon wieder um die SPD. Vor ein paar Wochen mußte ich mir auf Befehl meiner elfjährigen Enkelin Finia bei einem gemeinsamen Kino-Nachmittag eine filmische Lustigkeit antun, die den Titel trug: „Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft“. Eine harmlose Alberei, die den Vorteil hatte, dass sie nach exakt 98 Minuten vorbei war. Schier endlos hingegen währt mittlerweile das sozialdemokratische Dauer-Drama: „Hilfe, ich habe meine Partei geschrumpft“.

Überall liest und hört man die gleiche Mär, nämlich dass da ein zottelfransiger Bi-Ba-Butzemann in den SPD-Kreisen umgegangen sei, und der habe die einstige Volkspartei minimalisiert bis hin zur totalen Ervolkslosigkeit. Soll heißen: Der Schrumpfschulz ist Schuld. Doch diese Schulz-Zuweisung trifft eigentlich die ganze Zwergen-Gemeinschaft in der zipfelmützigen SPD-Spitze, die diesen Verschulzungs-Prozess eifrig mit betrieben hat, egal wie verrückt das Schrumpelstielzchen herumhüpfte mit ständig neuen wendehalsigen Pirouetten.

Als es nun beim letzten Purzelbaum sich selbst das Genick brach und auf einer Bahre davongetragen wurde, wurde ihm „ein ehrenhafter Rückzug“ bescheinigt. Und sogleich war das oberwichtigste Wichtelweiblein der SPD zur Stelle, um dem Hutzelmännlein nachzurufen: „Das zeugt von beachtlicher menschlicher Größe.“ So ist es, wenn Gnome zu Großtuern werden.

Martin Buchholz

Buchholzens Satire-Letter – 678
vom 12. Februar 2018
www.martin-buchholz.de

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· read: 231 · today: 2 · last: 25. April 2018

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