Dresden: Sternmarsch gegen „Patrioten“

Rassismus demaskierenEin breites Bündnis von Glaubensgemeinschaften, Parteien und Organisationen, darunter das Islamische Zentrum, die Jüdische Gemeinde, der Ausländerrat und das Bündnis „Dresden Nazifrei“, hatte für gestern zu einem Sternmarsch gegen Intoleranz in Dresden aufgerufen, ebenso Sachsens Ministerpräsident Tillich (CDU) und sein Stellvertreter Dulig (SPD). Damit sollte den Demonstrationen der sogenannten „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands“ (Pegida) entgegengetreten werden. Dahinter steht auch die sogenannte „Alternative für Deutschland“ (AfD), wobei deren führende Funktionäre bemerkenswerterweise nicht bei diesen Demos auftauchen und selbst von „sonderbaren Formen“ des Protests sprechen.

Katja Kipping, Vorsitzende der Linkspartei, warnte vor einem Anwachsen der „Pegida“-Aufmärsche. „Die bedrückenden Bilder aus Dresden, die zeigen, wie eine wöchentlich anwachsende Zahl Menschen sich vom Schüren fremdenfeindlicher Ressentiments vereinnahmen lässt, werfen einmal mehr die Frage auf, wie es um die Verfasstheit unserer Gesellschaft tatsächlich bestellt ist. Wer persönliche Zukunftsängste ausnutzen lässt, um den daraus resultierenden Protest gegen die Schwächsten zu richten, hat sich ganz offensichtlich vom Modell einer Gesellschaft als Solidargemeinschaft abgewendet. Es gilt zu deutlich zu machen, dass diese Denkweise keine akzeptierte Mehrheitsmeinung ist. Sie könnte es sonst sehr schnell werden.“

Letztendlich standen den 6.000 bis 8.000 Pegida-Demonstranten 8.000 (Polizei-Angabe) bis 11.000 Menschen (Angabe der Veranstalter der Gegendemo) gegenüber. Unter den Gegendemonstranten auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Homann, sowie die Ministerinnen Köpping (Gleichstellung und Integration) und Stange (Wissenschaft und Kunst). Grünen-Fraktionschef Zschocke erklärte: „In erster Linie haben wir in Sachsen kein ‚Flüchtlingsproblem‘, sondern die Geflüchtete haben das weitaus größere Problem vor Krieg, Verfolgung oder Perspektivlosigkeit flüchten zu müssen.“

Die Menschen in Dresden haben mit ihrem Sternmarsch gestern ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus gesetzt. Wie auch die Düsseldorfer. Dort kamen nach Angaben der Polizei nur 400 statt der erwarteten 2.000 Menschen zur „Düdiga“-Demo, darunter auch Faschisten. Ihnen stellten sich ca. 1.100 Demonstranten entgegen.

K.D. Rosenporten

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· read: 1004 · today: 2 · last: 23. Februar 2018

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