Chemnitz: „Solidarität mit Kobane“

KobanePresseerklärung vom 26.10.2014

„Solidarität mit Kobane“ – unter diesem Motto fand am Freitag und Samstag 24./25.10. in Chemnitz ein großer Infostand mit Kundgebung und vielen Redebeiträgen statt. Es nahmen verschiedene deutsche und kurdische Organisationen und Freunde mit ihren Familien teil, zeitweise 30 bis 40 Frauen, Männer, Kinder.

Zahlreiche Passanten blieben stehen, beteiligten sich an den Diskussionen, nahmen die Informationsblätter und zeigten Interesse für die Unterstützung des Widerstands gegen die IS-Truppen, sowie die medizinische und soziale Hilfe für Kobane und Rojava. Es war eine sehr aufgeschlossene, solidarische und friedliche Stimmung.

Erst gegen Ende der Aktion am Samstagnachmittag tauchte eine Gruppe von 10-15 Personen auf. Sie bedrohten die Teilnehmer, sie würden sie abschlachten, rissen mit „Allahu akbar“-Rufen Transparente herunter und attackierten mit Steinen den Informationsstand. Sie trafen dabei auch Frauen und verletzten einen Mann so stark am Kopf, das er ins Krankenhaus musste. Die Kinder waren schockiert und eines musste dadurch mit Atemnot ebenfalls ins Krankenhaus.

Auf ein Eintreffen der Polizei mussten die Teilnehmer der Solidaritätsaktion sehr lange warten. Die Angreifer waren bis dahin schon längst geflüchtet. Die Polizei behandelte statt dessen die Teilnehmer wie Täter und forderte auf, die Solidaritätsaktion zu beenden. Sie umzingelte die Anwesenden und versuchte sie abzudrängen. Statt die Angreifer zu verfolgen, wurden die Teilnehmer der Aktion – auch Frauen und Kinder – unter Druck und Angst gesetzt.
Nur eine Stunde später wurde ein kurdisches Geschäft in der Brückenstraße in gleicher Weise angegriffen und die Betreiber wurden schwer verletzt.

Wir rufen die demokratische Öffentlichkeit und die Medien auf die Solidaritätsaktion für Kobane zu unterstützen und zu verteidigen. Die Angreifer müssen verfolgt und verurteilt werden. Deutsche und kurdische Bürger müssen ihre berechtigte Solidarität mit Kobane ohne Angst in die Öffentlichkeit bringen können.

Verteidigen wird das Demonstrations- und Informationsrecht.
Jetzt erst recht – die Solidarität mit Kobane muss verstärkt werden.
Hoch die internationale Solidarität!

Dagmar Kolkmann-Lutz
Seyhan Özkan
(Organisatorinnen der Solidaritätsaktion)

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