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Rente mit 74
Von Klaus Wallmann sen. | 10. März 2010
Der Bevölkerungsforscher Herwig Birg hat erforscht, daß man das deutsche Rentensystem in der heutigen Form nicht retten kann. Ein weiteres seiner Forschungsergebnisse ist, daß das Renteneintrittsalter bis 2045 schrittweise auf 74 Jahre hochgesetzt werden muß(!). Vermeiden ließe sich das nur(!), wenn man die Arbeitslosigkeit abbauen würde. So konnte man es bei bild.de lesen. Nach der Lektüre dieses erschröcklichen BILDungspolitischen Beitrags kann der Leser der geliebten Bundesregierung eigentlich nur noch dankbar sein und sie in sein Nachtgebet einschließen. Denn diese hat das Renteneinstiegsalter ja Gott sei Dank “nur” auf 67 hochgeschraubt - wissenschaftlich begründet, versteht sich.
Die “Forschung” des Herrn Birg und deren Ergebnisse, sind charakteristisch für jeden bürgerlichen Wissenschaftler, der über den gesellschaftlichen Tellerrand nicht hinausschauen will, kann, darf. Eine derartige Wissenschaft auf dem Boden der bestehenden ökonomischen und politischen Verhältnisse kann nur zu solch pessimistischen Ergebnissen kommen, denn eine Veränderung dieser Verhältnisse liegt außerhalb ihres Vorstellungsvermögens. Deshalb kommen Leute wie der Herr Birg auch nicht auf die Idee, daß man ja auch die Finanzierung des Rentensystems ändern könnte. Zum Beispiel indem die Sozialversicherungsbeiträge vollständig von den Unternehmern gezahlt werden. Eine Steuer von derzeit 6 oder 7 Prozent auf ihre Umsätze würden ausreichen, um alle Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen.
Doch zu solchen “Forschungsergebnissen” will, kann, darf Birg nicht kommen, denn damit würde der freie und objektive Wissenschaftler die heiligste alle kapitalistischen Kühe unsittlich anrühren: den Profit. Denn nur auf dessen Kosten ließen sich solche Ideen durchsetzen. Da Birg und wissenschaftliche Konsorten aber nicht für solche Blasphemien bezahlt werden, entsprechen ihre “wissenschaftlichen Erkenntnisse” immer den Interessen der herrschenden Klasse - und richten sich immer gegen uns.
“Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.”
So der ehemalige Redaktionsleiter der “New York Times”, John Swinton, zur gesellschaftlichen Stellung bürgerlicher Journalisten im Kapitalismus. Er könnte damit auch die Rolle von bürgerlichen Wissenschaftler á la Birg beschrieben haben, denen auch der einfache Lohgerber Joseph Dietzgen bereits vor langer Zeit ins Stammbuch schrieb, daß sie nur “diplomierte Lakaien” seien, “die mit einem geschraubten Idealismus Volksbetörung treiben”.
Klaus Wallmann sen.
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Thema: Politik |
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10. März 2010 at 23:18
Tach! Ein sehr guter Bericht, jedoch möchte ich deiner Meinung nicht ganz folgen. Die Heraufsetzung des Rentenalters jenseits des jetzigen Status halte ich für absurd. Doch sollte man die Berechnung trotzdem zulassen. Auch diese macht klar, dass am Rentensystem einiges faul ist. Letztendlich wird das Rentenniveau gesenkt und wir werden fast alle Bettler. Die alten Bundeswehrkasernen werden später wieder belebt werden und zwar mit alten Menschen, die sich keine Bleibe mehr leisten können. Servus!