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Der unparteiische Bundestagspräsident
Von Klaus Wallmann sen. | 5. März 2010
Bundestagspräsident Lammert (CDU) wehrte sich jüngst gegen Erwägungen, er wäre in Bezug auf die sogenannte Sponsoring-Affäre der CDU nicht unparteiisch. Natürlich sei er unparteiisch, widersprach er diesen Querulanten. Das Gegenteil wäre also zu beweisen.
Nun gibt es da einen CDU-Abgeordneten namens Dieter Jasper, also einen Parteigenossen Lammerts, wie Tillich und Rüttgers. Dieser Herr Jasper hat sich mit einem falschen Doktortitel in das “hohe Haus” wählen lassen. Auf die Führung eines falschen Doktortitels könnte sogar ein Gefängnisaufenthalt folgen, doch die Staatsanwaltschaft Münster erwägt derzeit, das Verfahren gegen den Lügendoktor wegen “Geringfügigkeit” einfach einzustellen. Nun gut, das wirft ein bezeichnendes Licht auf unsere Klassenjustiz, hat aber nichts mit Lammert zu tun. Doch gemach.
So ein Doktortitel macht in unserer “Mehr-Schein-als-Sein”-Gesellschaft bekanntlich noch immer etwas her, auch im harten politischen Alltagsgeschäft. Bei der letzten Bundestagswahl gewann Jasper den Wahlkreis Steinfurt III mit zwei Prozent Vorsprung vor seinem sozialdemokratischen Konkurrenten. Es ist verständlich, wenn dieser samt seinen Genossen glauben, daß der Doktortitel beim Gewinnen des Vertrauens des Wahlvolks eine nicht ganz unerhebliche, wenn nicht gar entscheidende Rolle spielte. Der SPD-Kandidat fordert denn auch des Lügendoktors Rücktritt und die Linke-Bundestagsabgeordnete Vogler legte eine Beschwerde beim Bundestagspräsidenten ein, in der sie Neuwahlen in Jaspers Wahlkreis forderte.
Womit wir wieder glücklich beim “unparteiischen” Herrn Lammert wären. Dieser reagierte inzwischen ähnlich eigenartig wie die Anwälte des Staates in Münster. Er schloß eine Wahlprüfung gegen Jasper aus. Quod erat demonstrandum.
Klaus Wallmann sen.
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Thema: Politik |
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