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Merkel vs. Westerwelle
Von Klaus Wallmann sen. | 18. Februar 2010
Am sogenannten politischen Aschermittwoch ihrer “christlich”-”demokratischen” Partei gab auch Kanzlerin Merkel etwas zum Besten. In Richtung an den “Einzigen, der die Wahrheit” spricht, erklärte sie: “Das sind nicht meine Worte und das ist nicht mein Duktus.” Jawoll, aussprechen würde unsere Angie so etwas nie. Doch der Spaß war damit noch nicht zuende.
Sie stellte nämlich auch “Unterschiede zwischen kleinen Parteien und einer Volkspartei” wie der ihrigen fest: “Wir sind eine Partei, die ein Angebot an alle Menschen macht. Wir interessieren uns nicht nur für Gruppen, sondern für alle.” Das ist schön gesagt. Doch mal ehrlich, hat Ihnen die Kanzlerin und ihre CDU schon mal ein wenig Geld angeboten, weil Ihre Bank im Laufe der Jahre etwas marode geworden ist und dringend gestützt werden müßte? Na also.
Dann erklärte sie uns noch einmal, was “Soziale Marktwirtschaft” für sie bedeutet - nämlich “eine Stärkung der Leistungsträger und genauso Solidarität mit denen, die nicht so viel leisten können”. Der Gag war an dieser Stelle ausnahmsweise mal nicht der Begriff “Leistungsträger”, sondern die Formulierung “die nicht so viel leisten können”. Können ist gut. Gehören zu den 8.132.854 Leistungsbeziehern (BA-Bericht Januar 2010) in diesem Land doch auch zunehmend Menschen, die ein ähnliches Bildungsniveau wie Frau Kanzlerin aufweisen. Innerhalb des Jahres 2009 stieg die Arbeitslosigkeit der Akademiker um 11,3 Prozent auf 167.000. Bei Hartz IV stieg ihr Anteil laut BA um stattliche 10 Prozent. Warum diese sehr gut Ausgebildeten, wie auch die anderen Millionen Arbeitslosen auf einmal nicht mehr so viel leisten “können”, will mir nicht so recht in den Kopf. Ist es nicht viel eher so, daß dieses System sie nicht läßt?
Schon richtig also, daß sich Guido Westerwelle vom Kanzlerinnen-Gesöder nicht beeinflussen läßt. Der “Einzige, der die Wahrheit spricht”, die “Freiheitsstatue Deutschlands” bekräftigte auf der spätrömisch-dekadenten Aschermittwochssitzung der FDP seinen unerschütterlichen Standpunkt wider den linken Zeitgeist. Arbeitende Menschen müssen mehr verdienen als die, die nicht arbeiten. Was die bekommen sollen, die Menschen nicht arbeiten lassen - darüber äußerte sich der Herr nicht.
Auch “Sozialdemokrat” Gabriel ließ es sich nicht nehmen auf der armen Westerwelle herumzuhacken. Dieser mache die sozial Schwachen zu Sündenböcken, so der Erzengel der SPD, wobei er ganz vergaß, daß er und seine Genossen es waren, die viele der heutigen “Sündenböcke” erst zu sozial Schwachen gemacht haben. Eine tiefe Wahrheit dagegen steckt in seiner kritischen Anmerkung, die “wahren Asozialen” seien vor allem Bürger, die staatliche Leistungen wie Bildung in Anspruch nehmen, ihr Geld aber am Fiskus vorbei ins Ausland schaffen. Hätte er statt “Bürger” “herrschende Klasse” gesagt, so müßte ich Herrn Gabriel nicht ebenfalls ein “Ablenkungsmanöver” vorwerfen, wie er es seinem Kollegen Westerwelle zu recht vorwirft.
Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Nicht nur im Fasching!
Klaus Wallmann sen.
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Thema: Politik |
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