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Goldrausch
Von Klaus Wallmann sen. | 3. Februar 2010
“Verwandeln Sie Ihr kaputtes, altes oder unerwünschtes Gold in Geld - wir zahlen einen guten Preis dafür!” So und ähnlich hört man es im Fernsehen, liest man es im Internet. Auch der bundesweit beliebte Herr Calmund erhält sicher einen “guten Preis” dafür, daß er in seiner jovialen Art die Bürger ermuntert, ihr “kaputtes”, “altes” oder gar “unerwünschtes” Gold per “KOSTENLOSER Goldtasche” zum Fenster hinaus zu werfen. Denn daß sie das tun, wenn sie auf derartige “Angebote” eingehen, das bewies gestern ein Beitrag der ARD-Sendung “PlusMinus”.
Für eine Stichprobe bei Internetaufkäufern stellte ein öffentlich bestellter und vereidigter Schmucksachverständiger drei gleichwertige Schmuckpakete mit einem Goldwert von je 500,- Euro zusammen. “cash4gold” bot dafür 216 Euro. “Briefgold” bot 137 Euro, verdoppelte aber nach der Ablehnung. “Gold-bringt-Geld” (das sind die mit der von Calmund beworbenen “KOSTENLOSEN Goldtasche”) antwortet gar nicht - wo das Gold denn geblieben ist. Also Totalverlust.
Mit einer Frau, deren Schmuck der öffentlich bestellte und vereidigte Schmucksachverständig auf 2.000 Euro schätzte, machte “PlusMinus” auch einen Vor-Ort-Check bei zehn Händlern in Frankfurt, Mainz und Wiesbaden. Ein “renommierten Frankfurter Juwelier” bot 1.200 Euro, ein anderer Händler 650 Euro, eine Mainzer Antikhändlerin 40 Euro.
Die ARD-Sendung empfiehlt allen, die sich von ihren “alten” und “kaputten” Gold trennen wollen, vorher einen öffentlichen, vereidigten Sachverständigen zu konsultieren, damit sie nicht derart übers Ohr gehauen werden. Der Beitrag selbst klingt hoffnungsvoll aus: “So konnte Rosi G. am Ende doch noch einen Juwelier finden, der einen fairen Preis bietet.” Offen bleibt leider, wie hoch der “faire Preis” war, und wo dieser eine Juwelier zu finden ist.
Klaus Wallmann sen.
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4. Februar 2010 at 13:36
Gold kann weder kaputt noch unerwünscht sein. Und Alter hat noch keinem Gold der Welt geschadet. Wenn eine Firma aufwendige TV Werbespotts produzieren und senden läßt, muss das Geld dafür wo her kommen. Einfachste Methode: Schlichtweg das “kaputte, alte und unerwünsche” Gold weit unter Wert ankaufen.
Uwe Griebsch