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BRD/Afghanistan: Tödliche “Logik”
Von Klaus Wallmann sen. | 1. Februar 2010
Während US-Vizepräsident Biden die US-amerikanischen Atomwaffen erstmal mit viel Steuergeld modernisieren will, um sie dann abzuschaffen, überrascht uns unser Kriegsminister Guttenberg damit, daß man die “Zahl der Soldaten” erstmal mit viel Steuergeld “erhöhen müsse, um sie dann abbauen zu können”. Ja, solche haarsträubende Dummdreistigkeit lernt man auf “Elite-Schulen”.
Unser “Verteidigungs”minister “begründet” mit derartigem die Fortsetzung und Verschärfung des imperialistischen Krieges auch der BRD in Afghanistan. Daß 83 Prozent der Deutschen inzwischen strikt dagegen sind, das interessiert unsere “Volksvertreter” nicht, sind sie doch nach ihrer Wahl nicht mehr dem Volk verpflichtet, sondern nur noch ihrem eigenen Gewissen. So man eines hat.
Unter dem trügerischen Vorwand, bis 2014 die Besatzungstruppen abzuziehen, beschloß die 6. Afghanistan-Konferenz den weiteren Ausbau der militärischen Besetzung. Leichtfertig und dabei tiefste Sorge heuchelnd, schickt auch die deutsche Merkel-Westerwelle-Regierung weitere 850 Bundeswehr-Soldaten in den Krieg um für die herrschende Klasse wichtige Rohstoffressourcen und geostrategische Positionen.
Beschlossen wurde auch der Aufbau einer afghanischen Armee mit 171.600 Soldaten und die Rekrutierung von 134.000 Polizisten. Die “Mittel für den zivilen Wiederaufbau” sollen von 220 Millionen Euro auf 430 Millionen Euro pro Jahr steigen. Es dürfte klar sein, was die Herren damit vor allem “aufbauen” wollen: eine nationale Armee und einen Staatsapparat, die in der Lage sind, 25 Millionen Afghanen zu unterdrücken.
Und auch die 360 Millionen Euro für das “Taliban-Aussteigerprogramm” dienen - so (aber-)”witzig” dieses Programm auch auf den ersten Blick scheinen mag - dem gleichen Zweck. Zum einen diffamiert man damit alle afghanischen Aufständischen als “Taliban”, zum anderen sollen mit diesen Millionen Überläufer und Spitzel angeworben werden, was sich ebenfalls gegen den berechtigten Widerstand der Bevölkerung richtet.
Im Gegensatz zu den Millionen und Abermillionen, die man weiter für den Krieg gegen das afghanische Volk verpulvert, ist man gegenüber den Hinterbliebenen des Massakers bei Kundus, bei dem 179 Zivilisten getötet wurden, weit weniger generös. Ihnen soll laut Aussage des deutsch-afghanischen Anwalts lediglich “großzügig” und “ohne Prüfung der Rechtslage” mit Lebensmitteln und Bekleidung geholfen werden.
Wenn das aktuelle ZDF-Politbarometer am Wochenende zu dem Ergebnis kommt, daß vier Monate nach der Bundestagswahl fast jeder Zweite die Politik der Bundesregierung ablehnt, so kann man nur verwundert fragen: “Warum nur jeder Zweite?” Und: “Warum nur in Umfragen?”
Klaus Wallmann sen.
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Thema: Politik |
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