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Januar 2010: 8.132.854 Leistungsbezieher

Von Klaus Wallmann sen. | 30. Januar 2010

“Auch zum Jahresbeginn zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt weiter robust”, so södert es auch diesmal wieder aus dem Hause der Bundesagentur für Arbeit (BA). LINKE-Bundesgeschäftsführer Bartsch hält vorsichtig dagegen: “Läßt man alle statistischen Spielereien außen vor, sind in Deutschland 4,811 Millionen Menschen ohne Arbeit.” Addiert man die offiziell eingestandenen 3.617.485 Menschen mit der Zahl derjenigen, die mittels “arbeitsmarktpolitischer Instrumente” aus der Statistik hinausgekickt werden (1.543.888 Menschen), so reden wir bereits von 5,16 Millionen Menschen. Verwunderlich in diesem Zusammenhang auch die Meldungen über die Finanzkrise der BA, die angesichts der bekundeten “Robustheit” des Arbeits”marktes” kaum nachvollziehbar ist.

Nun zu den Zahlen.
Laut BA-Bericht wurden im Januar 3.617.485 Arbeitslose (Dezember: 3.275.526) in der offiziellen Statistik “erfaßt”. Demnach wären 341.959 Menschen mehr arbeitslos.

Dank der staatlichen Schönfärberei fehlen in dieser Zahl allerdings 1,54 Millionen Menschen (hochgerechnet!), weil sie sich in einer vom Bund oder von der Bundesagentur für Arbeit geförderten “arbeitsmarktpolitischen Maßnahme” befinden, und aus dieser “Logik” heraus eben nicht arbeitslos sind.
Weiterhin steht auch die Zahl von 434.000 Arbeitslosen, die im Berichtsmonat (letzte Erhebung im September 2009!) keine Geldleistungen bezogen.

All das macht summa summarum: 5.595.373 Arbeitslose, also 233.448 mehr als im Dezember 2009.
Vergessen werden sollten auch nicht die im BA-Bericht angeführten 1.074.447 Menschen (Stand: September 2009!), die versuchen müssen, mit Kurzarbeit über die Runden zu kommen.

Auf Seite 49 des Januarberichts der BA findet wieder jeder - der will - die Zahlen zu den “Leistungsempfängern”. Arbeitslosengeld (ALG) erhielten demnach 1.377.524 Menschen (+228.121), ALG II (Hartz IV) bekamen 4.923.784 Menschen (+27.421). Das sind zusammen 6.301.308 betroffene Menschen. Zählt man noch die nichterwerbsfähigen Sozialgeldempfänger hinzu, so kommt man mit weiteren 1.831.546 (+7.441) Betroffenen auf die “stolze” Summe von 8.132.854 “Leistungsbeziehern”. Also 262.983 mehr als im Dezember 2009!

Ob 8.132.854 “Leistungsbezieher” - hinter denen ja noch weitere Millionen Menschen und ihre Schicksale stehen, die “aktive Arbeitsmarktpolitik” der schwarz-gelben Regierung im Interesse der Bevölkerung beweisen, das dürfte inzwischen mehr als zweifelhaft sein. Daß immer mehr “Leistungsbezieher” und “Niedriglöhner” im Interesse der herrschenden Klasse sind, das sollte so langsam auch dem letzten deutschen Michel auffallen. Diese Regierung betreibt keine “Klientel-Politik”, wie es derzeit landauf, landab die Medien verkünden. Sondern wie jede bürgerliche Regierung betreibt sie wie es sich gehört Klassenpolitik. Auch dessen sollte man sich langsam wieder bewußt werden. Wobei es übrigens nichts Ehrenrühriges ist, zur Arbeiterklasse zu gehören. Ganz im Gegenteil.

Klaus Wallmann sen.

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