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Britische Studie: 20 Jahre nach dem Mauerfall
Von Klaus Wallmann sen. | 10. November 2009
Das “Fest der Freiheit” mit Gottesdienst, Prominenten-Auftrieb und scharfem Medien-Trommelfeuer ist Geschichte. Bleiben wird die antikommunistische Propaganda, mit der der seit Mitte der 1950er Jahre in der DDR herrschende Typ des Kapitalismus mit dem Sozialismus gleichgesetzt wird. Bleiben werden auch die Lobeshymnen auf die “Freiheit” im Kapitalismus.
Am 9. November wurde aber auch eine Studie veröffentlicht, die die britische BBC in Auftrag gegeben hatte. Diese Studie belegt, daß trotz aller Gottesdienste und Lobeshymnen nur noch 11 Prozent aller in 27 Ländern Befragten der Ansicht sind, daß der Kapitalismus gut funktioniere. Die meisten Stimmen für den Kapitalismus gab es in den USA und Pakistan, doch auch dort ist nur jeder Vierte bzw. jeder Fünfte mit dieser Gesellschaftsordnung zufrieden. Durchschnittlich 23 Prozent sind der Meinung, daß eine vollkommen neue Wirtschaftsordnung geschaffen werden müsse.
Doug Miller, der Leiter des Umfrage-Instituts GlobalScan resümierte: “Es scheint, dass der Fall der Berliner Mauer 1989 nicht der durchschlagende Erfolg für die freie Marktwirtschaft war, wie man damals angenommen hat – besonders angesichts der Ereignisse der letzten zwölf Monate.”
Der alltägliche Antikommunismus findet sich auch im Artikel der “freien” “Frankfurter Rundschau”. Journalist Schmidt berichtet erst korrekt, daß die Meinungsforscher auch wissen wollten, “ob der Zerfall der Sowjetunion im Rückblick” eher eine gute oder eher eine schlechte Sache war. Abgesehen davon, daß er die beiden Antwortmöglichkeiten einfach in “klasse Sache” umwandelt, wird auch bei ihm der “Zerfall der Sowjetunion” zum “Untergang der kommunistischen Supermacht”. Auch er setzt das längst kapitalistisch gewordene Land mit dem Sozialismus bzw. Kommunismus gleich. Herr Schmidt mag das als Presse”freiheit” empfinden. Tatsächlich ist es bewußte Volksverdummung, die offensichtlich besonders in Deutschland auf fruchtbaren Boden fällt. Denn hier hoffen laut der BBC-Studie 75 Prozent auf Reformen und Regulierung, nur acht Prozent sind für einen Systemwechsel. Man sieht, die bürgerlichen Journalisten verdienen ihr Geld nicht umsonst.
Klaus Wallmann sen.
Quelle: Frankfurter Rundschau
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