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General Motors hat gesprochen
Von K.D. Rosenporten | 4. November 2009
Nicht unbedingt überraschend hat der GM-Verwaltungsrat nun verkündet, daß er Opel behält. Offensichtlich hat GM auf Zeit gespielt und die vergangenen zwölf Monate genutzt, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen, während die deutsche Bundesregierung derweil die GM-Tochter mit milliardenschwerer Staatshilfe am Leben erhielt. Eigenartig passend daher auch die plötzliche Forderung der EU-Kommission nach einer Versicherung, daß die Zusage der Bundesregierung für staatliche Hilfe für Opel nicht an Zugeständnisse zum Erhalt deutscher Werke geknüpft ist. Auch das half GM Zeit zu schinden.
Eigenartig auch die Gelassenheit des nun mit leeren Händen dastehenden Automobilzulieferers Magna. Man “verstehe”, man danke allen Beteiligten für die “unermüdlichen Bemühungen und ihren Einsatz während der letzten Monate”, und man werde auch weiter mit General Motors zusammenarbeiten. So Magna-Chef Wolf, der sich offenbar in keiner Weise düpiert fühlt.
Die Bundesregierung reagierte natürlich mit Betroffenheit. Was sie zugleich mit der Erwartung verbindet, daß GM die “Brückenfinanzierung” von 1,5 Milliarden Euro fristgerecht zurückzahle. Ein sich erzürnt gebender Ministerpräsident Koch hat dafür den 30. November vorgegeben. Ob man auch Zinsen vereinbart hat?
Eigenartig wieder die Reaktion des Opel-Betriebsrats. Obwohl Herr Franz, Vorsitzender des europäischen Gesamtbetriebsrats und Opel-Konzernbetriebsratschef, und seine europäischen Kollegen mit den Konzernherren von Magna ein “Sparpaket” von 1,6 Milliarden Euro vereinbarten, will man den Konzernherren von GM den damit beschlossenen Lohnverzicht der Opel-Kollegen von jährlich 265 Millionen Euro nicht zugestehen. Laut Franz lehnen die Opel-Kollegen den Verbleib bei GM deshalb strikt ab, weil sie in diesem Fall harte Einschnitte befürchten.
Doch abgesehen davon, daß auch die von Franz und Co. befürworteten “Zugeständnisse” an Magna harte Einschnitte in die Arbeits- und Lebenssituation der Opelaner bedeutet hätten, kennt selbst Herr Franz nur die alten “Sanierungs”pläne von GM, die die Vernichtung von mindestens 11.000 Arbeitsplätzen vorsahen, sowie Werksschließungen in Antwerpen und eventuell in Eisenach. Zu den aktuellen Plänen hat sich GM bisher nicht geäußert, so daß die akute Gefährdung der Werke Antwerpen, Bochum und Kaiserslautern wohl als Zweckpropaganda des Herrn Franz zu sehen ist.
Am vergangenen Wochenende hat Herr Franz für den Fall, daß sich General Motors gegen einen Verkauf der deutschen Tochter entscheiden sollte, den Generalstreik aller Opel-Arbeiter angekündigt. Nun, GM hat sich entschieden, doch im Internet ist bis jetzt nichts von einem Generalstreik zu lesen. Auch nur Zweckpropaganda des Herrn Konzernbetriebsratschef?
Es bleibt zudem unverständlich, warum sich die Opelaner im Fall des einen Kapitalisten friedlich-schiedlich geben, im Fall des anderen Kapitalisten jedoch auf die Barrikaden gehen wollen, sollen … Beide Kapitalisten wollen ihre Profitschmiede auf Kosten der Arbeiter sanieren. Der eine wie der andere setzt dabei auf die Vernichtung von tausenden Arbeitsplätzen, auf Lohnraub und zugleich verstärkter Ausbeutung. Ob der Kapitalist nun Magna, GM oder Ford heißt.
Natürlich hilft dagegen nur der Streik, auch über die Köpfe solcher Betriebsräte oder Gewerschafts”führer” hinweg, die den Arbeitern und Angestellten ständig einreden, sie müssten auf Lohn verzichten, sie müssten die Vernichtung ihrer Arbeitsplätze hinnehmen, sie müßten jedes Opfer bringen. All das KANN SEIN, wenn man kämpft. All das WIRD SEIN, wenn man nicht kämpft.
K.D. Rosenporten
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Thema: Arbeit/Gewerkschaft, Politik |
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