Navigation

Artikel

Stichworte

Notwendiges


« 100.000 gegen Berlusconi | START | Irland: Angstkampagne verfängt »

Afghanistan und der Wille des Souveräns

Von Klaus Wallmann sen. | 5. Oktober 2009

We are backIn diesem Jahr starben bereits 394 Soldaten der imperialistischen Besatzungstruppen in Afghanistan, darunter 236 US-Amerikaner. Schon jetzt sind das die höchsten Zahlen seit Beginn des verbrecherischen Krieges. Am vergangenen Wochenende erlitten die NATO-Besatzungstruppen die schwersten Verluste seit August 2008.

US-General McChrystal, Oberkommandierender aller NATO-Truppen in Afghanistan will denn auch mindestens weitere 40.000 Soldaten innerhalb der kommenden zwölf Monate in Afghanistan sehen, sonst sei ein Scheitern der “Militärintervention” nicht mehr ausgeschlossen. Dabei wies er bemerkenswerterweise auf eine “kontinuierliche Aufstandstätigkeit” im bisher “ruhigen” Norden und Westen des Landes hin.

Wie in Deutschland lehnt aber auch in den USA die Mehrheit der Bevölkerung den Krieg in Aghanistan ab. Ein Grund, warum Truppenverstärkungen in den USA derzeit unpopulär sind. Ein weiterer Grund ist offensichtlich die zunehmende Orientierung der herrschenden Klasse der USA und ihrer politischen Geschäftsführer auf einen Krieg gegen den Iran. Deshalb werden wohl die NATO-”Partner” herhalten müssen und mehr Soldaten nach Afghanistan schicken. Die Briten übten sich bereits am Wochenende in vorauseilendem Gehorsam und signalisierten ihre Zustimmung zu derartigen Plänen.

Und - wie könnte es anders sein - auch die Monopolparteien der BRD gedenken den Willen der Mehrheit der Bevölkerung weiter zu mißachten. Die Wahlen sind gelaufen, die Kälber haben ihre Metzger gewählt, da kann man ruhigen Gewissens weitere Opfer auf die Schlachtbank treiben, was im konkreten Fall die Verstärkung der Bundeswehr-Einheiten von 4.500 auf 7.000 Soldaten bedeutet.

Um so kritikwürdiger das Verhalten einiger führender Partei-Mitglieder der LINKEN, die offensichtlich die bisherige glasklare Forderung nach dem sofortigen, vollständigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan in den politischen Papierkorb befördern soll. Herr Ramelow, noch vor kurzem Spitzenkandidat der LINKEN bei der thüringischen Landtagswahl, verstieg sich in der “Welt am Sonntag” doch tatsächlich zu dem Satz: “Uns geht es nicht um einen sofortigen Abzug. Das wäre wie eine Flucht damals aus Vietnam.” Neben seiner Prinzipienlosigkeit offenbart Herr Ramelow zugleich eine recht krude Ansicht der Geschichte. Der Parteivorsitzende Lafontaine betont zwar, daß die LINKE an ihrer bisherigen Forderung festhalte, doch wirklich beruhigen kann mich diese Aussage nicht.

Klaus Wallmann sen.

P.S.: Mit dem heutigen Tag dürfen wir den 36. toten Bundeswehr-Soldaten betrauern.

Artikel an Twitter senden! Stichworte:Afghanistan, Bundeswehr, DIE LINKE

Verwandte Artikel

Thema: Politik |

Druckversion Druckversion

· gelesen: 14 · heute: 2 · zuletzt: 25. August 2010

Kommentare