Januar 2016: 6.985.551 Leistungsbezieher

ArbeitslosDie offizielle Zahl der Arbeitslosen im Januar 2016 wird mit 2.920.421 (Vormonat: 2.681.415) angegeben. Womit sie trotz erneuter Steigerung weiter unter der psychologisch und propagandistisch wichtigen Drei-Millionen-Grenze liegt. Entsprechend der Jubel der sogenannten Bundesagentur für Arbeit (BA) und deren wassertragender Journaille.
„Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnet anhaltend kräftige Zuwächse … Der BA-X … legt abermals zu. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind im Januar“ zwar „gestiegen“, doch das nur „allein im Zuge der üblichen Winterpause“. „Saisonbereinigt“ ist selbstverständlich alles im Lot. – Die ewig gleiche Leier. Die Zahl der Leistungsbezieher hat fast die Sieben-Millionen-Grenze erreicht – für Herrn Weise ein „Guter Start im neuen Jahr“

Laut BA-Bericht gibt es aber auch noch eine Arbeitslosigkeit „im weiteren Sinne“, von der im Januar 3.230.797 (Vormonat: 3.014.718) Menschen betroffen waren. Und auch die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld I und II gibt der Bericht selbst immerhin mit wenig stolzen 5.264.763 an. „Nach vorläufiger Hochrechnung“.
Die Zahl der Leistungsbezieher ist dennoch gestiegen und verharrt trotz aller „Saisonbereinigungen“ weiterhin bei sieben Millionen.

Auf die offiziellen Zahlen der Leistungsbezieher, veröffentlicht im BA-Bericht (Tabellen ab S. 53), möchten die „Qualitätsjournalisten“ auch weiterhin offensichtlich nicht näher eingehen. Verständlich.

944.191 Menschen erhielten im Januar Arbeitslo­sen­geld I (Dezember 2015: 782.103), 4.320.572 mußten mit Hartz IV (ALG II) überleben (Dezember 2015: 4.300.211). Zusammen sind das 5.264.763 ALG-Bezieher im Januar 2016. Weitere 1.720.788 Menschen erhielten Sozi­al­geld (Dezember 2015: 1.721.732).
Das sind zusammen 6.985.551 Leistungsempfänger (Dezember 2015: 6.802.291).

Doch selbst diese Zahl zeigt noch nicht das wahre Ausmaß, denn hinzu kommen noch die Bezieher von Wohn­geld, von Kinderzuschlag oder von Sozi­al­hilfe nach SGB XII, die ohne diese Leistungen in Hartz IV fallen könnten. Ganz abgesehen davon, daß im BA-Bericht ständig von Untererfassung, Schätzungen und Hochrechnungen gefußnotet wird.

Hinzu kommen laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) weitere 3,1 bis 4,9 Millionen Leistungsberechtigte, die aber keine Grundsicherung beantragen. Bis zu fünf Millionen Menschen verzichten also auf das ihnen zustehende Hartz IV – entweder aus Scham oder weil sie sich das entwürdigende Prozedere in den sogenannten Jobcentern nicht antun wollen.

Weitere 3.680.727 Menschen waren im Januar „unterbeschäftigt“ (ohne Kurzarbeit) (Vormonat: 3.524.160). Den Millionen von Arbeitslosen standen laut BA im Januar mal gerade 580.844 offene Arbeitsstellen gegenüber, über deren Qualität sich in vielen Fällen weiterhin trefflich streiten läßt.

Klaus Wallmann sen.

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· read: 1652 · today: 2 · last: 27. August 2016

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