Februar 2014: 7.188.557 Leistungsbezieher

„Am Arbeitsmarkt setzt sich der kontinuierliche Beschäftigungsaufbau fort. Allmählich verbessern sich auch die Perspektiven für Arbeitslose. So haben Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Februar saisonbereinigt erneut abgenommen.

3.137.866 Menschen werden in der offiziellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Februar als arbeitslos registriert. D.h., die ideologisch-psychologisch wichtige 3-Millionen-Marke, die im Januar wieder überschritten wurde, bleibt der BA trotz aller „Saisonbereinigungen“ erhalten. Und trotz allem „kontinuierlichen Beschäftigungsaufbau“, den „verbesserten Perspektiven für Arbeitslose“ und der propagierten Abnahme von Arbeitslosigkeit hat sich die Zahl der offiziell registrierten(!) Arbeitslosen um 2.065 erhöht. Was wohl das BA-eigene Gegenstück zum „Minus-Wachstum“ ist.


Kommen wir zu den weiteren aktuellen Zahlen – alle zu finden im offiziellen BA-Februar-Bericht -, die natürlich auf den gleichen Statistiken basieren (Tabellen ab S. 51).

1.068.817 Menschen erhielten im Februar Arbeitslo­sen­geld I (Januar 2014: 1.073.876), 4.414.988 mußten mit Hartz IV (ALG II) überleben (Januar 2014: 4.366.982). Zusammen sind das 5.483.805 ALG-Bezieher im Februar 2014. Gegenüber dem Januar bestand die „Abnahme“ in diesem Fall in einer Zunahme um 42.947.

Weitere 1.704.752 Menschen erhielten Sozi­al­geld (Januar 2014: 1.690.548), was einer „Plus-Abnahme“ von 14.204 entspricht.

Das sind zusammen 7.188.557 Leistungsempfänger (Januar 2014: 7.131.406)! Womit die „Abnahme“ bei den Leistungsempfängern insgesamt eine Zunahme um 57.151 ist.

Doch selbst diese Zahl zeigt noch nicht das wahre Ausmaß, denn hinzu kommen noch die Bezieher von Wohn­geld, von Kinderzuschlag oder von Sozi­al­hilfe nach SGB XII. Ganz abgesehen davon, daß im BA-Bericht ständig von Untererfassung, Schätzung und Hochrechnungen gefußnotet wird.

Weitere 4.062.945 Menschen waren laut BA-Bericht im Februar 2014 “unterbeschäftigt” (Januar 2014: 4.016.606), die Abnahme der Unterbeschäftigung zeichnete sich also durch eine Zunahme der Unterbeschäftigung um 46.339 Fälle aus.

831.825 nahmen an sogenannten Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik teil (Januar 2014: 819.152) – fließen also nicht in die offizielle Arbeitslosenzahl ein.

Den Millionen von Arbeitslosen standen laut BA im Februar mal gerade  429.000 offene Arbeitsstellen gegenüber, über deren Qualität sich in vielen Fällen sicherlich trefflich streiten läßt.

So sieht es aus. Nun mag es Leute geben, die mir vorwerfen könnten, daß ich diese Statistik nicht verstehe. Doch was gibt es da nicht zu verstehen? Wenn mir die BA z.B. sagt, im Januar gab es 20 Arbeitslose und im Februar 30, so hat sich die Arbeitslosenzahl um 10 erhöht. Natürlich kann ich das auch mit dem Vorjahresmonat oder dem Februar von 1923 vergleichen, um so eine schönere Zahl zu erhalten. Und natürlich kann ich auch das Wetter heranziehen, die jeweilige Saison oder den Krankenstand der BA-Statistiker, um damit so einiges zu „bereinigen“. Doch letztendlich bleibt es Fakt, daß es im Februar mehr Arbeitslose gegeben hat. Tatsächlich habe ich Statistik nicht studiert, doch der Sinn dieser Statistik liegt auf der Hand.

Klaus Wallmann sen.

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