Gauck eröffnet Kriegstagung

Am 31. Januar treffen sich in München zahlreiche Militaristen zum 50. Jubiläum der sogenannte Sicherheitskonferenz. Unter ihnen Helmut Schmidt, Valerie Giscard d’Estaing und Henry Kissinger sowie unsere neue „Verteidigungs“ministerin Von der Leyen (CDU). Bis hierhin ist alles ganz normal. Diesmal jedoch wird die „Wehrkundebegegnung“ erstmals von einem Bundespräsidenten eröffnet. Gauck will auf der NATO-Kriegstagung die Auftaktrede halten. Sicher wird er wieder warme Worte über die Freiheit auf die Anwesenden herabrieseln lassen, die mit ihrer Tätigkeit allein dieser verpflichtet sind.

Um so unverständlicher die bereits angekündigten Proteste gegen diese Freiheits-Veranstaltung. Die dazu Aufrufenden bezeichnen dieses Treffen der wirtschaftlichen, politischen und militärischen Machteliten allerdings als Treffen, auf dem die Genannten über Strategien zur Aufrechterhaltung ihrer globalen Vorherrschaft, künftige Militärinterventionen und Kriegskoalitionen beraten, und wie man dieses volkerrechtswidrige Tun der Bevölkerung als „humanitär“ verkaufen kann. Trotz zehntausender Toter, zerstörter Infra­struktur, namenlosen Elends und Millionen von Kriegsflüchtlingen, die diese „Humanität“ jedesmal hinterläßt.

Im Aufruf zum Protest gegen die NATO-Kriegstagung am 1. Februar 2014 heißt es weiter:

„Mit der NATO gibt es keinen Frieden. Die NATO, militärischer Arm der reichsten kapitalistischen Staaten, ist eine Kriegsallianz zur Durch­setzung der Profitinteressen der transnationalen Konzerne, der Banken und Waffenprodu­zenten. Sie ist eine Bedrohung für die ganze Menschheit.

Deutschland ist in Europa die militärische Drehscheibe für die Aggressionskriege der USA und der NATO. Und unter Bruch der Verfassung ist Deutschland bei jedem dieser Kriege offen oder verdeckt dabei, um eigene wirtschafts- und machtpolitische Interessen durchzusetzen. Hier werden die tödlichen Waffen produziert und an Regimes geliefert, die sie gegen die eigene Bevölkerung einsetzen. … Ihre Politik orientiert sich ausschließlich an den Profitinteressen einer kleinen Minderheit und geht dabei über Leichen.“

Die Aufrufenden plädieren zum Schluß „für eine Zukunft ohne Rüstung und Krieg, ohne Ausbeutung von Menschen und Natur“. Ihnen müßte klar sein, daß das ohne den Sturz des kapitalistischen Systems eine Illusion bleiben wird. Die „frommen Wünsche“ sollte man dem Pfarrer Gauck überlassen.

Klaus Wallmann sen.

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· read: 1616 · today: 2 · last: 26. Mai 2016

Ein Kommentar zu “Gauck eröffnet Kriegstagung”

  1. Kathranina sagt:

    Ein Gauckler aus dem Osten hat uns gerade noch gefehlt.

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