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Juni 2012: 6.945.767 Leistungsempfänger
Von Klaus Wallmann sen | 30. Juni 2012
Erneut sei die Zahl der Arbeitslosen leicht gesunken, so der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) Frank-Jürgen Weise, der für den Juni die Zahl 2.809 Millionen verkündete. Zwar ist die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit in den letzten Monaten gestiegen (BA-Bericht Juni 2012, S.12f), doch Weise rechnet natürlich lieber nicht mit einer allgemeinen “Trendwende zum Schlechteren”.
Blicken wir wie gewohnt auf die aussagekräftigere Zahl der Leistungsempfänger, die weiterhin bei knapp sieben Millionen verharrt.
767.982 Menschen erhielten im Juni Arbeitslosengeld I, 4.473.425 mußten mit Hartz IV (ALG II) überleben, und 1.704.360 Menschen erhielten Sozialgeld. Das sind zusammen 6.945.767 Leistungsempfänger. Auch diese Zahl zeigt noch nicht das wahre Ausmaß, denn hinzu kommen noch die Empfänger von Wohngeld, von Kinderzuschlag, von Grundsicherung im Alter oder von Sozialhilfe nach SGB XII. Und liest man auch noch die Fußnoten im BA-Bericht, die von Hochrechnungen und “Untererfassung” schwätzen, so sind wohl selbst diese hochoffiziellen Zahlen noch nicht das Ende der Fahnenstange.
Der ständig bejubelte “Erfolg” der Arbeitsmarktpolitik der Monopolregierungen in den vergangenen Jahren wird durch den eigenen Bericht der Bundesarbeitsagentur vom Dezember 2004 treffend charakterisiert. Damals gab es offiziell 4.321.000 Leistungsempfänger, die Arbeitslosengeld bzw. Arbeitslosenhilfe erhielten. Heute sind es fast sieben Millionen!
Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Sabine Zimmermann, erklärte zu den neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit:
“Merkels Kürzungsdiktate für die Krisenländer in Europa bringen nun auch den deutschen Arbeitsmarkt ins Schlingern. Weniger offene Stellen und der erneute Anstieg der Zahl der Arbeitslosengeld-I-Bezieher belegen, dass Deutschland sich nicht von den Krisentendenzen abkoppeln kann. Wir brauchen ein europäisches Investitionsprogramm statt eines ökonomisch unsinnigen und sozial ungerechten Fiskalpakts … Ein weiteres Problem auf dem Arbeitsmarkt bleibt der Niedriglohnsektor. Weil es immer noch keinen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn gibt und sich prekäre Beschäftigung ungehindert ausbreitet, sind 1,31 Millionen Erwerbstätige trotz Arbeit auf den Bezug von Hartz IV-Leistungen angewiesen. Die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung zeigt, dass sie die Betroffenen längst abgeschrieben hat.”
Klaus Wallmann sen.
Stichworte: ALG I, ALG II, Arbeitslose, Arbeitslosenzahl, Arbeitsplätze, BA, Hartz IV, Leistungsbezieher, Leistungsempfänger, Lohn, Medien, Schlecker, Statistik, Teilzeit
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Thema: Medien, Politik, Reformen/Agenda | 1 Kommentar »
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2. Juli 2012 um 12:18
Danke, lieber Klaus Wallmann, für den interessanten Bericht, der hoffentlich einigen (und nicht nur den Betroffenen!) ein oder zwei Augen öffnen möge.
Siehe auch: http://sascha313.blog.de/2012/06/30/gibt-ueberhaupt-arbeitslosigkeit-14010060/
Mit solidarischen Grüßen
Norbert