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	<title>randzone &#187; Medien</title>
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	<description>Beiträge zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft</description>
	<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 09:53:57 +0000</pubDate>
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		<title>Jerusalem: Auspeitschung eines Sängers</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 18:39:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wallmann sen.</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Bis auf die &#8220;Berliner Umschau&#8221; habe ich kein deutsches Blatt gefunden, das folgende Nachricht aus Israel veröffentlichte, zumindest legen das die Suchergebnisse von Google nahe. Die direkte Suche nach &#8220;Erez Yechiel&#8221; auf &#8220;Welt&#8221;, &#8220;Zeit&#8221; und FAZ ergab überall das gleiche Ergebis: &#8220;Ihre Suche ergab keinen Treffer&#8221;. Lediglich in einigen Blogs wie dem von Karl Weiss, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bis auf die <a href="http://www.berlinerumschau.com/" target="_blank" class="liexternal">&#8220;Berliner Umschau&#8221;</a> habe ich kein deutsches Blatt gefunden, das folgende Nachricht aus Israel veröffentlichte, zumindest legen das die Suchergebnisse von Google nahe. Die direkte Suche nach &#8220;Erez Yechiel&#8221; auf &#8220;Welt&#8221;, &#8220;Zeit&#8221; und FAZ ergab überall das gleiche Ergebis: <em>&#8220;Ihre Suche ergab keinen Treffer&#8221;</em>. Lediglich in einigen Blogs wie dem von <a href="http://karlweiss.twoday.net/stories/6495931/" target="_blank" class="liexternal">Karl Weiss</a>, beim <a href="http://www.politblogger.eu/sundiger-sanger-ausgepeitscht/" target="_blank" class="liexternal">Politblogger</a> und bei <a href="http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/08/sanger-wegen-auftritt-vor-gemischten.html" target="_blank" class="liexternal">&#8220;Alles Schall und Rauch&#8221;</a> (aus dessen Artikel ich im folgenden zitiere) konnte man näheres dazu erfahren. <a href="/?p=7323" class="liinternal">Meinungsfreiheit? Meinungsvielfalt?</a> Bei den bürgerlichen Blättern? Denkste!</p>
<p><span id="more-7389"></span></p>
<p>Wie die <a href="http://www.jpost.com/Israel/Article.aspx?id=186154" target="_blank" class="liexternal">Jerusalem Post</a> berichtet, wurde ein Sänger (Erez Yechiel), der vor einem <em>&#8220;gemischten Publikum&#8221;</em> auftrat, also wo Männer und Frauen dabei waren, 39 Mal aufgepeitscht, damit er seine Tat bereut, nachdem ein Rabbiner-Gericht ihn am vergangenen Mittwoch dazu verurteilt hat. Der Rabbiner Amnon Yitzak, Gründer der Shofar Organisation, hat das Ziel die Juden <em>&#8220;zurück zur Religion&#8221;</em> zu bringen und er hat sich die Aufgabe gestellt, gegen Musikdarbietungen vor Frauen und Männern vorzugehen. Sein &#8220;Gericht&#8221;, zusammen mit Rabbi Ben Zion Mutsafi und anderen Mitgliedern, verurteilte Erez Yechiel zu 39 Peitschenhieben, damit er <em>&#8220;seine Sünden los wird&#8221;</em>.</p>
<p>In einer Videobotschaft, die auf der Webseite der Shofar veröffentlicht wurde, sagte Ben Zion, dass die, die andere zu Sünden animieren, wie Künstler, die Männer und Frauen zu Darbietungen verleiten oder sie zum Tanzen auffordern, keinen Platz in der kommenden Welt haben.</p>
<p>Er zeigte eine Lederpeitsche, die, wie er sagte, sein Vater aus dem Leder von einem Maultier und einem Bullen gemacht hat, mit der Yechiel ausgepeitscht wurde.</p>
<p>Yechiel, der sagte, <em>&#8220;Ich akzeptiere die Peitschehiebe für meine Sünden&#8221;</em>, wurde befohlen sich vor einem Holzpfahl zu stellen und nach Norden zu schauen <em>&#8220;in die Richtung aus der böse Neigungen kommen&#8221;</em>. Seine Hände wurden mit einem türkisfarbenem Seil gebunden, <em>&#8220;ein Symbol der Vergebung&#8221;</em>, und das &#8220;Urteil&#8221; wurde an ihm vollstreckt.</p>
<p>Man stelle sich vor was für Schlagzeilen um die Welt gingen, wenn eine Auspeitschung wegen des Vergehens des Singens vor Frauen und Männern durch Moslems passieren würde. Die Medien könnten sich vor lauter Empörung gar nicht mehr erholen und alle Islamophoben würden es als typisches Beispiel nennen, wie grausam doch der Islam ist. &#8230;</p>
<p>Dieser Einschätzung ist wohl nichts hinzuzufügen. Peitschenhiebe und Peitschenhiebe sind eben doch nicht immer das gleiche. Es kommt für die bürgerlichen Meinungsmacher offensichtlich auch sehr darauf an, wer die Peitsche schwingt.</p>
<p>Klaus Wallmann sen.</p>
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		<title>Das wird man ja wohl noch sagen dürfen:</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 07:46:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Die Deutsche Bank gehört enteignet!
Rassismus nützt dem Kapital.
Die deutsche Justiz ist auf dem rechten Auge blind!
Die Bonzen sollen für die Krise zahlen.
Wir brauchen einen Generalstreik!
Merkel und Guttenberg wegen Kriegsverbrechen vors Gericht.
NPD verbieten!
Deutschland führt Krieg.
Quelle: jungeWelt, 06.09.2010

Es war im vorigen Winter, als ich aus dem Umfeld hauptstädtischer Kommunika­tionsagenturen – also jener 25000 Leute, die in Berlin-Mitte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="ngg-singlepic ngg-left" title="jungeWelt 06.09.2010" src="/wp-content/gallery/grafik/jw_sagen.jpg" alt="jungeWelt 06.09.2010" /><strong>Die Deutsche Bank gehört enteignet!</strong></p>
<p><strong>Rassismus nützt dem Kapital.</strong></p>
<p><strong>Die deutsche Justiz ist auf dem rechten Auge blind!</strong></p>
<p><strong>Die Bonzen sollen für die Krise zahlen.</strong></p>
<p><strong>Wir brauchen einen Generalstreik!</strong></p>
<p><strong>Merkel und Guttenberg wegen Kriegsverbrechen vors Gericht.</strong></p>
<p><strong>NPD verbieten!</strong></p>
<p><strong>Deutschland führt Krieg.</strong></p>
<p><em>Quelle: <a href="http://www.jungewelt.de/2010/09-06/070.php" target="_blank" class="liexternal">jungeWelt</a>, 06.09.2010</em></p>
<p><span id="more-7360"></span></p>
<p>Es war im vorigen Winter, als ich aus dem Umfeld hauptstädtischer Kommunika­tionsagenturen – also jener 25000 Leute, die in Berlin-Mitte öffentliche Meinung simulieren – den warnenden Hinweis bekam, einflußreiche Kreise mit ziemlich viel Geld dahinter bereiteten gezielt den Aufbau einer »Rechtspartei« vor, sammelten Multiplikatoren und entwickelten Kampagnen.</p>
<p>Nein, die rassistische »Integra­tionsdebatte«, der Hype um Sarrazin und die Legalisierung des rechtsextremen Diskurses durch Bild passieren nicht zufällig. Das rechte Lager hat sein Fanal von ganz oben bekommen. Das Kapital baut an seiner faschistischen Op­tion, die es nach den erfolgreichen Massenblockaden in Dresden (und jetzt in Dortmund) bedroht sieht. Und man will Kräfte eines möglichen sozialen Widerstands spalten. Krisenzeiten!</p>
<p>Jetzt redet niemand mehr von kriminellen Spekulationsgeschäften und milliardenschweren Steuergeschenken an die Verursacher der Krise. Wir reden jetzt über muslimische Kinder. Wir reden nicht mehr darüber, daß der Sozialstaat konsequent abgeschafft wird– sondern darüber, daß Arbeitslose dessen Reste angeblich ausnutzen. Sarrazin und das »Sparpaket« sind zwei Flanken desselben Großangriffs– mit dem Ziel und dem Potential, die politischen Achsen weit nach rechts zu verschieben.<br />
Aber die Situation bietet auch Chancen für Antikapitalisten. Wir stehen nicht so schlecht da, wie es scheint. Banker und Bonzen haben in der Dauerkrise ihres Systems nicht gut ausgesehen. Nach Umfragen wünschen sich 80 Prozent der Deutschen ein besseres Wirtschaftssystem als den Kapitalismus.</p>
<p>Aber: Der Rammbock des Kapitals ist der Rassismus, angefangen bei der Kampagne gegen »die Griechen«. Und da haben wir ein Problem. Ja, wir hatten die antifaschistischen Blockadesiege, deren strategische Bedeutung nicht überschätzt werden kann, aber alles das kann eine fatale Entwicklung nur verlangsamen, nicht umkehren. Gegen den Rammbock Rassimus hilft es nicht, die Tore zu verschließen und zu beten – wir müssen endlich in der sozialen Frage den Ausfall wagen. Wir müssen gegen das »Sparpaket« nicht nur maulen, sondern marschieren. Viel hängt jetzt von den Gewerkschaften ab.<br />
Und die Linkspartei? Die ist unter dem Druck der antikommunistischen Dauerkampagne peinlichst bemüht, weiß Gott wie »seriös« und »sachlich« und »differenziert« daherzukommen. Forget it! Diese Partei muß endlich lernen zu emotionalisieren, zu polarisieren – und eine harte, derbe Kampagne gegen Bonzen und Banken auffahren.</p>
<p><em>Quelle: <a href="http://www.jungewelt.de/2010/09-06/041.php" target="_blank" class="liexternal">jungeWelt</a>, 06.09.2010</em></p>
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		<title>Hinter den Zahlen</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 11:11:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wallmann sen.</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bildung/Ausbildung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein &#8220;mark&#8221;, dem wir nichts Böses unterstellen, schickte rz heute einen weiteren Kommentar mit einer weiteren Zahl zum Thema Integration.
&#8220;Habe dazu diesen Link gefunden, in dem der Spiegel von ca. 14% Abiturienten spricht. [gemeint ist die Gruppe der Türken bzw. der Menschen mit türkischem Migrationshintergrund - K.W.]
Der Bildungsbericht 2010 spricht wohl sogar nur von 10,3%, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein &#8220;mark&#8221;, dem wir nichts Böses unterstellen, schickte rz heute einen weiteren Kommentar mit einer weiteren Zahl zum Thema Integration.</p>
<p><em>&#8220;Habe dazu diesen Link gefunden, in dem der <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,603294,00.html" target="_blank&quot;" class="liexternal">Spiegel</a> von ca. 14% Abiturienten spricht.</em> [gemeint ist die Gruppe der Türken bzw. der Menschen mit türkischem Migrationshintergrund - K.W.]<br />
<em>Der Bildungsbericht 2010 spricht wohl sogar nur von 10,3%, ich konnte das aber nicht selber prüfen, habe es nur übernommen. Quelle wäre wohl: Bildungsbericht 2010, Tabelle B5-3.&#8221;</em></p>
<p><span id="more-7358"></span></p>
<p>Da haben wir nun zwei Zahlen, die nicht weiter kommentiert werden, und die völlig offen lassen, was &#8220;mark&#8221; dazu bewegt sie uns zu präsentieren. Wie gesagt, ich unterstelle ihm nichts Böses, doch offensichtlich macht auch er es sich gern leicht. Hätte er den Artikel des &#8220;Spiegels&#8221; sorgfältig gelesen und dann auch noch geschaut, was andere - ebenfalls bürgerliche - Blätter dazu schreiben, so hätte er viel wichtigere Erkenntnisse aus diesem Pressestudium ziehen können, als diese beiden auch noch unterschiedlichen Zahlen.</p>
<p>Der &#8220;Spiegel&#8221; berichtet über eine neue Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Wie berichtet er? Der &#8220;Spiegel&#8221; erwähnt, daß die Wissenschaftler erstmals auch ein <em>&#8220;Ranking der einzelnen Bundesländer nach ihrem Integrationserfolg&#8221;</em> erstellt haben. Doch man veröffentlicht die Rangfolge nicht, sondern beschränkt sich auf die besonders großen <em>&#8220;Mißstände&#8221;</em> im Saarland, wo <em>&#8220;45 Prozent der Türken und Türkischstämmigen &#8230; ohne jeglichen Bildungsabschluss&#8221;</em> sind. Was man wohl als tendenziös betrachten darf. Um mehr zu erfahren, muß man weitersuchen.</p>
<p>Bei der <a href="http://www.zeit.de/online/2009/05/integration-tuerken-schulabschluss" target="_blank" class="liexternal">&#8220;Zeit&#8221;</a>, die über die gleiche Studie berichtet, geht es etwas gewissenhafter zu. Bremen, Niedersachsen und das Saarland sind die Schlußlichter dieser Rangfolge, die Spitzenreiter sind Hessen und Hamburg. Die &#8220;Welt&#8221; beschränkt sich auch nicht auf die Türken, sondern bezieht sich auf alle Migranten. Mit 28 Prozent liegen diese in Hessen in Sachen Hochschulabschluß vor den Deutschen (24 Prozent). Mit 28 Prozent besuchen kaum weniger Migranten die gymnasiale Oberstufe als ihre deutschen Mitschüler (31 Prozent). In Hamburg besitzen gar 40 Prozent der Migranten die Hochschulreife und 29 Prozent einen Uni-Abschluß.</p>
<p>All dies ist zumindest ein starkes Indiz dafür, daß Sarrazins &#8220;Thesen&#8221; über die sich vererbende Dummheit verschiedener Bevölkerungsgruppen und deren dafür angeblich ursächlichen gentechnischen, kulturellen, ethnischen oder religiösen Befindlichkeiten, schlichter, wenn auch gefährlicher Nonsens sind, wobei Kultur und Religion natürlich in stetem Wechselspiel mit der gesellschaftlichen Entwicklung stehen. Doch an dieser Stelle könnte man schließen, daß es lokalbedingte gesellschaftlich-politische Ursachen sind, die einen starken Einfluß auf die Bildungserfolge der Migranten haben. Was die folgende Feststellung der Studie auch bestärkt.</p>
<p><em>&#8220;Die ostdeutschen Bundesländer haben mit rund fünf Prozent den geringsten Anteil von Zuwanderern. Zudem profitieren sie nach Ansicht der Autoren von positiven Nachwirkungen der Migrationspolitik der DDR-Zeit, als hochmotivierte Menschen nach Ostdeutschland kamen. Nur 6 Prozent der Zuwanderer hätten keinen Schul- oder Berufsabschluss. 43 Prozent besäßen die Hochschulreife - der höchste Wert aller Bundesländer.&#8221;</em></p>
<p>Das lasse ich jetzt mal schmunzelnd unkommentiert und wende mich statt dessen der <a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/bildungsbericht-schlechtere-chancen-fuer-junge-migranten-1.961199-2" target="_blank" class="liexternal">&#8220;Süddeutschen&#8221;</a> vom 17.06.2010 zu. Die schreibt an diesem Tag doch tatsächlich, der Bildungserfolg sei abhängig von der sozialen Herkunft, was wohl sowohl für Einheimische wie für Migranten gelten dürfte. Daß zu diesem Zeitpunkt <em>&#8220;17 Prozent der jungen</em> [deutschen!] <em>Menschen unter 30 Jahren ohne Berufsabschluss&#8221;</em> einen neuen <em>&#8220;Höchststand&#8221;</em> darstellen, und es bei den Jugendlichen aus Migrantenfamilien sogar 30 Prozent sind, das belegt nur die katastrophale Lage des deutschen Bildungssystems, womit wir eine weitere eindeutig gesellschaftliche Ursache entdeckt haben dürften. Daß sich dies auf sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Hartz-IV-Empfänger oder Migranten überproportional negativ auswirkt, das dürften selbst Klippschüler erkennen. Und wenn sich die &#8220;Integrationsbeauftragte&#8221; der Bundesregierung, die Frau Böhmer von der CDU hinstellt und <em>&#8220;die nach wie vor schlechten Bildungs- und Berufschancen für Kinder mit Migrationshintergrund&#8221;</em> schlicht als <em>&#8220;dramatisch&#8221;</em> bezeichnet, so ist das zwar richtig, doch in meinen Augen reine Heuchelei.</p>
<p>Denn sie und ihre Genossen sind es, die dafür die politische Verantwortung tragen, die <em>&#8220;nach wie vor&#8221;</em> die Steuergelder der Bürger an Banken und Monopolherren weiterleiten, während sie <em>&#8220;nach wie vor&#8221;</em> erheblich weniger Geld für Bildung ausgeben als andere vergleichbare Industrienationen. <em>&#8220;Gemessen am Bruttoinlandsprodukt sanken jedoch die Gesamtausgaben</em> [für Bildung] <em>von Staat und Privatwirtschaft von 6,8 Prozent (1995) auf 6,2 Prozent (2008).&#8221;</em> Merkels &#8220;Bildungsland Deutschland&#8221; - da lachen sogar die Journalisten der &#8220;Süddeutschen&#8221;, wenn wahrscheinlich auch nur im Keller. Doch es gibt eigentlich nichts zu lachen wenn man weiß, daß 40 Prozent unseres Bildungspersonals und 50 Prozent unserer Lehrer älter als 50 Jahre sind, und wenn man weiß, daß im Westen noch immer 55 Prozent aller in der Kindertagespflege Beschäftigten nicht über die geforderte Minimalqualifikationen verfügen. Was die <a href="http://www.welt.de/welt_print/article1692804/Tuerken_ohne_Schulabschluss.html" target="_blank" class="liexternal">&#8220;Welt&#8221;</a> nur noch bestätigen kann. Sie nennt die <em>&#8220;Lücken&#8221;</em> in der vorschulischen Erziehung eine Hypothek, die die Schule übernehmen muß. Was sie aber offensichtlich aus objektiven Gründen nicht kann. Denn, so die &#8220;Welt&#8221;: <em>&#8220;Im schulischen Bereich selbst wirken sich ebenso wie im Vorschulsektor der Mangel einschlägiger pädagogischer Konzepte und das Fehlen entsprechend qualifizierter pädagogischer Kräfte aus.&#8221;</em> Wobei dieser &#8220;Mangel&#8221; natürlich auch seine Ursachen hat. Die ethnische Herkunft, die religiöse Verfassung oder der gentechnische Zustand der Kanzlerin und ihrer Mitstreiter dürfte damit wohl am allerwenigsten zu tun haben.</p>
<p>Das ist es, lieber &#8220;mark&#8221;, was hinter diesen Zahlen wirklich steht: gesellschaftliches Leben. Erklärt wird es einem sogar in den bürgerlichen Massenmedien - mehr oder weniger -, doch man muß sich schon selbst ein wenig mühen, den eigenen Kopf anstrengen. Daß man in jeder Zeitung immer nur ein Stückchen des Ganzen zu sehen bekommt, daß ist Methode. Denn gesellschaftliche Zusammenhänge sollen und wollen diese &#8220;freien&#8221; Medien gar nicht darstellen. Könnten die Leut doch sonst auf die Idee kommen, daß es ganz andere Ursachen sind, die diese &#8220;Lücken&#8221;, &#8220;Mängel&#8221;, &#8220;Defizite&#8221;, &#8220;Mißstände&#8221; hervorbringen. Und sie könnten versucht sein, diese Ursachen abzuschaffen. Deswegen ist auch der Protest gegen Sarrazin so zahm. Man braucht solche Leute genauso wie die Medien - zur Ablenkung der Leut.</p>
<p>Klaus Wallmann sen.</p>
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		<title>LESETIPP: Sarrassismus</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 18:46:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wallmann sen.</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Artikel zur &#8220;Wirkung Sarrazins auf die öffentliche Meinungsbildung&#8221; und zur &#8220;Nähe seiner Auffassungen zum Sozialdarwinismus und zur Eugenik&#8221; vom Guardian of the Blind. ZUM ARTIKEL
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Artikel zur <em>&#8220;Wirkung Sarrazins auf die öffentliche Meinungsbildung&#8221;</em> und zur <em>&#8220;Nähe seiner Auffassungen zum Sozialdarwinismus und zur Eugenik&#8221;</em> vom Guardian of the Blind. <a href="http://guardianoftheblind.de/blog/2010/09/02/sarrassismus/" target="_blank" class="liexternal">ZUM ARTIKEL</a></p>
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		<title>LESETIPP: Von Rente, Demographie und Demagogie</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 16:06:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wallmann sen.</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[&#8220;Die Politiker meinen, wenn sie die Lüge nur oft genug wiederholen, werden wir anfangen sie zu glauben: Wieder und wieder behaupten sie, die kommende Rentenlücke sei demographisch bedingt, die Deutschen hätten zu wenig Kinder bekommen nach 1963 (&#8217;Pillenknick&#8217;) und deshalb hätte man sich mit Rente ab 67, 70 usw. abzufinden. Das ist frech gelogen!&#8221; Meint [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong>&#8220;Die Politiker meinen, wenn sie die Lüge nur oft genug wiederholen, werden wir anfangen sie zu glauben: Wieder und wieder behaupten sie, die kommende Rentenlücke sei demographisch bedingt, die Deutschen hätten zu wenig Kinder bekommen nach 1963 (&#8217;Pillenknick&#8217;) und deshalb hätte man sich mit Rente ab 67, 70 usw. abzufinden. Das ist frech gelogen!&#8221; Meint Karl Weiss. <a href="http://karlweiss.twoday.net/stories/6494669/" target="_blank" class="liexternal">ZUM ARTIKEL</a></p>
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		<title>Maybritt Illner: Sarrazin - die Dritte</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 13:11:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wallmann sen.</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Anders als bei Beckmann und Plasberg hatte Frau Illner gestern die Möglichkeit, inhaltlich über die &#8220;Thesen&#8221; des Herrn Sarrazin zu diskutieren. Doch wer sich Leute wie Broders und Köppel einlädt, die den Sarrazins dieser Republik den Weg bereiteten, setzt wohl eher auf Einschaltquote denn auf Aufklärung und Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags.

Roger Köppel

 Die Macht setzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anders als bei <a href="/?p=7264" class="liinternal">Beckmann</a> und <a href="/?p=7307" class="liinternal">Plasberg</a> hatte Frau Illner gestern die Möglichkeit, inhaltlich über die &#8220;Thesen&#8221; des Herrn Sarrazin zu diskutieren. Doch wer sich Leute wie Broders und Köppel einlädt, die den Sarrazins dieser Republik den Weg bereiteten, setzt wohl eher auf Einschaltquote denn auf Aufklärung und Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags.</p>
<p><span id="more-7323"></span></p>
<blockquote><p><strong>Roger Köppel</strong></p>
<ol>
<li> Die Macht setzt das Recht. Die Politik muß nicht, wie Kant meinte, &#8220;jederzeit dem Recht angepaßt werden&#8221;.</li>
<li> Im Bedrohungsfall hat noch jeder Rechtsstaat seine Normen außer Kraft gesetzt, um das Recht zu schützen.</li>
<li> Der Zweite Weltkrieg wurde zwischen Nationalsozialismus und Internationalsozialismus ausgetragen.</li>
<li> Rechtsordnungen müssen aus Selbstschutz ihre zivilisatorischen Standards unterschreiten, wenn es der Notfall erfordert.</li>
<li> Das Problem liegt nicht darin, daß sich bedroht fühlende Gesellschaften aus Selbstschutz mit extremen bis widerrechtlichen Methoden zur Wehr setzen. Das Problem liegt darin, wer die Verantwortung trägt für die Handlungen, die nicht rechtlich, nur politisch legitimiert werden können. Am Ende liegt diese Verantwortung beim Souverän, beim Staatsoberhaupt.</li>
</ol>
<p>Das alles sagt Roger Köppel in: <a href="http://www.welt.de/data/2005/12/07/814038.html?prx=1)" target="_blank" class="liexternal">&#8220;Die Macht setzt das Recht&#8221;</a>, als er noch Chefredakteur von Springer&#8217;s Welt war.</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Henryk M. Broder</strong></p>
<p>Ein Publizist, der sein Geld u.a. auch bei Köppels &#8220;Weltwoche&#8221; verdient, und der sich auch schon mal für die Abschaffung der Strafbarkeit der Holocaust-Leugnung stark machte.<br />
Jede Kritik an der Politik der Monopolregierungen Israels ist für ihn eine Form des Antisemitismus.<br />
In Deutschland wird seiner Meinung nach zu nachsichtig mit islamischen Immigranten umgegangen, was ihn von &#8220;Inländerfeindlichkeit&#8221; reden läßt. Der Der Islamwissenschaftler Schneiders (Uni Münster) hat Broder in einer philologischen Studie über Argumentationstechniken deutscher Islamkritiker Islamfeindlichkeit vorgeworfen. Broder &#8220;arbeite&#8221; u.a. mit einer Aneinanderreihung von Negativbeispielen, schüre Vorurteile, betreibe Alarmismus und übe Schmähkritik.</p></blockquote>
<p>So war denn Sarrazin diesmal zwar nicht dabei, doch in Köppel, Chefredakteur der rechtskonservativen Schweizer Weltwoche, und dem &#8220;Publizisten&#8221; Broder setzte man dem Publikum zwei Verteidiger des abwesenden Herrn vor, die diesem nicht im Geringsten nachstehen.</p>
<p>Das bewies Köppel gleich zu Beginn der Sendung. Über Meinungsfreiheit wolle er sprechen, oder vielmehr von der fehlenden <em>&#8220;Meinungsvielfalt&#8221;</em>, was ihn denn im selben Atemzug zu einer Sympathiekundgebung an Broder bewog: <em>&#8220;Die Debatte trug Züge einer Hexenjagd.&#8221;</em> Dann setzte er an, die <em>&#8220;junge deutsche Demokratie&#8221;</em> über <em>&#8220;Meinungsäußerungsfreiheit&#8221;</em> zu belehren, was sich Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der &#8220;Zeit&#8221; aber verbot. Gerade Sarrazin habe in den vergangenen Tagen die Meinungsfreiheit in Deutschland <em>&#8220;in ihrer vollen Bandbreit&#8221;</em> erlebt und auch Sarrazin-Kritikern sei <em>&#8220;auf allen Kanälen entgegen gegiftet worden&#8221;</em>. Klar, daß der Chefredakteur eines bürgerlichen Blattes empfindlich reagiert, wenn jemand an der Meinungsfreiheit Zweifel zu hegen wagt. Klar auch, daß Köppel-Broder ganz im Stil der &#8220;Wortergreifungsstrategie&#8221; der neuen Nazis argumentiert. Dennoch wäre das Thema Meinungsfreiheit, Meinungsvielfalt und in diesem Zusammenhang die Frage der Toleranz und des Demokratieverständnisses, ein durchaus diskussionswertes Thema gewesen.</p>
<p>Wie auch das Thema Intergrationsprobleme, ihre Ursachen und ihre Lösungen. Denn natürlich greift Sarrazin in seinem Buch diese vorhandenen Probleme auf. Daß er sie bewußt zuspitzt und polemisiert, die Ursachen nicht benennt - weil er sie nicht erkennt oder nicht erkennen will - bzw. falsche Ursachen propagiert, hat mit dieser möglichen und nötigen Diskussion nichts zu tun. Wobei die ihn zu Recht kritisierenden Politiker ihm dazu erst die Möglichkeit geben. Sie reden zwar seit Jahrzehnten mehr oder weniger laut über Integration und die dabei zwangsläufig auftretenden Probleme, doch an den gesellschaftlichen Ursachen dieser Probleme mogeln sie sich ebensolange erfolgreich vorbei. Doch wer die gesellschaftlichen Ursachen bewußt verschweigt - weil es eben systemimmanente Ursachen sind -, der bereitet den Broders und Sarrazins ein weites Feld für vermeintlich religiöse, ethnische oder genetische Ursachen. Wie auch gestern wieder.</p>
<p>Es sei gefährlich und unanständig, tönte Cem Özdemir, Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, daß Sarrazin soziale Fragen mit ethnischen und kulturellen Aspekten zusammenwerfe, denn das habe mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun. Über die von ihm angesprochenen Probleme sollte man aber dennoch sprechen. Auch er, Özdemir, mache sich Gedanken über Lösungen, wobei er den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder unter drei Jahren als Beispiel nannte. Typisch für alle anderen bürgerlichen Politiker auch Özdemir: Problem erkannt, Lösung vorgeschlagen, Ursache des Problems ausgeklammert. Wie aber soll ein Arzt die Krankheit heilen, wenn er deren Ursache nicht kennt? Das versucht nur ein Scharlatan. Und wenn der aktive bürgerliche Politiker Özdemir dann noch kritisiert, daß Sarrazin als aktiver Politiker nichts für die Integrationspolitik getan habe, so muß man sich wohl nicht wundern, wenn ein Teil der Menschen dem &#8220;Heuchelei&#8221;-Vorwurf Broders durchaus zustimmen kann. Es genügt nämlich nicht einzugestehen, daß es &#8220;Integrationsdefizite&#8221; gibt, die &#8220;von der Politik angepackt werden müssen&#8221;, und zu postulieren, daß das Erlernen der deutschen Sprache der Schlüssel zur Integration ist. Solange die konkreten objektiven gesellschaftlichen Ursachen nicht mit klaren Worten benannt werden, haben die Broders, Köppels und Sarrazins leichtes demagogisches Spiel.</p>
<p>Inhaltlich trug nur die Politologin Naika Foroutan etwas zu Illners angeblich geplanten Diskussion zu den Inhalten der Sarrazinschen &#8220;Thesen&#8221; bei. Zum wiederholten Male machte sie deutlich, daß die Zahlen des Zahlenmenschen Sarrazin der Realität nicht standhalten. So seien nicht 20 Prozent der Straftäter in Berlin arabischer und türkischer Herkunft, sondern 8,7 Prozent. Was sie mit einem aktuellen Schreiben der Berliner Polizei auch gleich belegte. Als Migrationsforscherin dürfte es ihr nicht schwerfallen, weitere Zahlen zu präsentieren, die ihr Urteil über Sarrazins Buch - <em>&#8220;unwissenschaftlich und falsch&#8221;</em> - sicher weiter festigt. Nur leider läßt man sie nicht. Wahrscheinlich gerade weil sie bisher die Einzige ist, die in den Talk-Shows etwas Substanzielles zu dieser notwendigen Auseinandersetzung beiträgt, schlägt ihr inzwischen heftiger Unmut entgegen. Ihrer Feststellung, daß es die Vietnamesen seien, die in der Statistik der Gewaltverbrechen an dritter Stelle stehen, versuchte Broder z.B. mit <em>&#8220;Ehrenmorden&#8221;</em> und <em>&#8220;Familienverbrechen&#8221;</em> zu kontern, was ihm zu Recht laute Buhrufe aus dem Publikum einbrachte. Die sicher auch die Online-Ausgabe der FAZ für sich reklamieren darf. Mit offener Häme hetzt man heute dort gegen die Wissenschaftlerin: <em>&#8220;Kurzum, vergessen Sie Bildungsberichte und Mikrozensus, das rechnet Ihnen Frau Foroutan von der Humboldt Universität Berlin in Nullkommanix hinüber ins Schöne!&#8221;</em> Was übrigens auch ein bezeichnendes Schlaglicht auf Meinungsfreiheit und -vielfalt wirft. Und wie sagte Köppel mit Blick auf Sarrazin sinngemäß: Wenn dem Mann soviel Hetze entgegenschlägt, dann muß an seinen Worten etwas dran sein. Was auch eine Logik ist. Nun, bei Frau Foroutan sind es Zahlen.</p>
<p>Zu Broder, den die bürgerlichen Medien durch die Bank bewußt und fälschlicherweise lediglich als Polemiker und Sarkasten verharmlosen, muß man nicht viel sagen. Hilflos warf er der Statistikerin Foroutan ein Goebbels-Zitat an den Kopf, stellte Merkels Kritik auf Sarrazins Buch in die <em>&#8220;Tradition der Reichsschriftumskammer&#8221;</em>, um am Ende der Sendung endlich seine frauen- und menschenfeindliche Überzeugung mit einem &#8220;Kompliment&#8221; an seine Gegnerin vollständig zu enthüllen. Daß diese sich dafür bedankte, dürfte lediglich Reflex guter Erziehung gewesen sein. Der giftige Inhalt dieses <em>&#8220;Ich finde, wir brauchen mehr Deutsche, die so gut aussehen wie Sie&#8221;</em>, dürfte ihr erst Sekunden später bewußt geworden sein. Mal sehen, was die deutschen Frauen von diesem Broderschen Ausfluß halten.</p>
<p>Ihr angestrebtes Ziel einer inhaltlichen Diskussion über Sarrazins &#8220;Thesen&#8221; hat Frau Illner glatt verfehlt. Dennoch kam zum Ausdruck, daß auch die richtige Beschreibung realer gesellschaftlicher Probleme durch Sarrazin nicht davon ablenken darf, daß er weder mit seinen &#8220;Thesen&#8221; noch mit seinen Lösungsvorschlägen konstruktiv wirkt. Nach drei Talk-Shows in nur einer Woche zu diesem Thema wird aber auch deutlich, daß die politisch Verantwortlichen für die von Sarrazin geschilderten Probleme wohl eher nicht in der Lage sein werden, ihm das trübe Wasser abzugraben - sind sie doch selbst Teil des Problems. Die empirische Widerlegung seiner Zahlen und Zahlenspielchen, wie es sowohl Plasberg als auch Foroutan gelungen ist, ist wichtig, trägt sie doch zur Widerlegung seiner darauf beruhenden &#8220;Thesen&#8221; bei. Zu fragen bleibt aber vor allem: Cui bono? Wem nützt das? Bernd Ulrich, kritisierte in der Sendung ganz richtig nicht das von Sarrazin angesprochene Thema, sondern dessen &#8220;Schlußfolgerung&#8221;: Das Fremde, das jetzt langsam deutsch wird, muß weg. Ich denke, das ist ein guter Ansatz.</p>
<p>Klaus Wallmann sen.</p>
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		<title>“Hart aber fair”: Beginnende Demontage</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 15:24:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wallmann sen.</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[4,13 Millionen Menschen sahen sich gestern die Sendung &#8220;Hart aber fair&#8221; an, zu der Moderator Plasberg neben Thilo Sarrazin die Journalistin und WDR-Moderatorin Asli Sevindim, den Publizisten Michel Friedman und den SPD-Sozialexperten Rudolf Dressler eingeladen hatte. Ach, und dann war da noch Arnulf Baring, &#8220;Historiker&#8221; und Politikwissenschaftler. Dieser sollte offensichtlich seinem Bruder im Geiste Schützenhilfe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>4,13 Millionen Menschen sahen sich gestern die Sendung &#8220;Hart aber fair&#8221; an, zu der Moderator Plasberg neben Thilo Sarrazin die Journalistin und WDR-Moderatorin Asli Sevindim, den Publizisten Michel Friedman und den SPD-Sozialexperten Rudolf Dressler eingeladen hatte. Ach, und dann war da noch <a href="http://archiv.randzone-online.de/fp/fp060613.htm" target="_blank" class="liexternal">Arnulf Baring</a>, &#8220;Historiker&#8221; und Politikwissenschaftler. Dieser sollte offensichtlich seinem Bruder im Geiste Schützenhilfe leisten, doch das erwies sich schnell als Fehlbesetzung: <em>&#8220;Der ganze Biologismus ist mir eher fremd und scheint mir auch der Argumentation des Buches nicht zu nützen, sondern eher zu schaden &#8230; Ich kann manches in dem Buch nicht beurteilen, da halte ich lieber den Mund.&#8221;</em> Der kluge Herr Baring weiß warum.</p>
<p><span id="more-7307"></span></p>
<p>Im Gegensatz zu Beckmann war Plasbergs Sendung ein Schritt in die richtige Richtung. Was vor allem am Moderator selbst lag, der vorhatte auf die <em>&#8220;Methode&#8221;</em> des Herrn Sarrazin einzugehen. Das ihm dies nur teilweise gelang, das lag vor allem an seinen Gesprächspartner, die immer wieder Ausflüge in die Moral und die Polemik unternahmen. Wobei Friedmanns Beschreibung der Sarrazinschen Äußerungen als <em>&#8220;menschenfeindlich, gewalttätig und respektlos&#8221;</em> und vor allem <em>&#8220;rassistisch&#8221;</em> natürlich korrekt ist. Nur wird man so eben nicht mit dessen &#8220;Thesen&#8221; fertig.</p>
<p>Doch dieser einzige etwas heftigere Ausbruch Friedmanns zeugte überraschenderweise eine ebenso überraschende Reaktion Sarrazins. Erstmals retirierte der Herr, wenn auch nur halbherzig. Er erklärte seine Genlehre zu einem <em>&#8220;Riesenunfug&#8221;</em>, den er mit seiner <em>&#8220;eigenen Dummheit&#8221;</em> begründete, wollte von <em>&#8220;inhaltlicher Falschheit&#8221;</em> aber nicht sprechen. Gefallen sei der inkrimierte Satz nur, so Sarrazin, weil ihn WELT-Journalisten auf&#8217;s Glatteis geführt hätten und er leider in diese Falle getappt sei. Er, der inzwischen zum Profi in Sachen Medien geworden sein dürfte?</p>
<p>Die Demontage dieses selbsternannten &#8220;Wissenschaftlers&#8221;, der auch in dieser Sendung nicht vergaß zu erwähnen, er sei kein Genetiker, ging weiter. Eine seiner Thesen lautet: <em>&#8220;Intelligenz wird zu 50 bis 80 Prozent vererbt&#8221;</em>, und er betont dabei immer, daß sie auf angeblich neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gründe. Dabei stützte er sich auch gestern auf die Verhaltensforscherin Elsbeth Stern (sh. auch <a href="http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~E86A2682DEBF0437EB34B01F2EA21EB55~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank" class="liexternal">&#8220;Elsbeth Stern im Gespräch über Gene und Intelligenz&#8221;</a>). Dies wohl vorausahnend, hatte Moderator Plasberg denn auch ein Statement der Wissenschaftlerin zu dieser These parat: <em>&#8220;Mit seinem mehrfach wiederholten Satz &#8216;Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent erblich&#8217; zeigt Thilo Sarrazin, dass er Grundlegendes über Erblichkeit und Intelligenz nicht verstanden hat. <strong>Deshalb muss man auch viele seiner Folgerungen infrage stellen.</strong>&#8220;</em><br />
Damit ist eine grundsätzliche These Sarrazins zumindest in Frage gestellt. Zum anderen beweist die Reaktion des so Vorgeführten, daß man wohl eher nicht mit ihm, sondern über seine &#8220;Thesen&#8221; in der Öffentlichkeit diskutieren sollte. Nach kurzer Fassungslosigkeit beharrt er darauf, daß seine Schlußfolgerung, nach der Dumme ihre Dummheit weitervererben, absolut richtig sei, obwohl ihm gerade seine wichtigste wissenschaftliche Referenz dafür abhanden gekommen war.</p>
<p>Doch eine weitere Niederlage stand an. In seinem &#8220;Werk&#8221; rechnete der &#8220;Statistiker&#8221; Sarrazin aus, daß die Deutschen bei fortgeschriebener Entwicklung in 120 Jahren eine Minderheit im eigenen Land wären, weil mehr als 71 Prozent der Einwohner dann einen Migrationshintergrund haben würden. Das Plasberg-Team und das Statistische Bundesamt rechnete mit der Sarrazinschen Methode aus, daß ausgehend vom Jahr 1890 Deutschland heute 250 Millionen Einwohner haben müßte. Tatsächlich sind es aber nur 80 Millionen.</p>
<p>Mit der Distanzierung von Frau Stern und dem Zusammenbruch seines statistischen Modell der Bevölkerungsentwicklung ist auch das Fundament seiner &#8220;Argumentation&#8221; faktisch zusammengebrochen. Aber das ficht den Fakten- und Zahlenmenschen Sarrazin nicht an. Er geht drüber hinweg, ignoriert was ihm nicht paßt, und fühlt sich ständig falsch verstanden. <em>&#8220;Wenn Sie mein Buch gelesen hätten, dann &#8230;&#8221;</em>, so jeder zweite Satz, oder es kommt ein: <em>&#8220;Nein, das habe ich so nicht gesagt.&#8221;</em> (Dazu auch ein <a href="http://www.zeit.de/2010/35/Sarrazin" target="_blank" class="liexternal">Artikel in der ZEIT</a>) Daß der Herr sich am Ende der Sendung derart &#8220;verteidigt&#8221;, daß seine <em>&#8220;Modellrechnung&#8221;</em> - die seine &#8220;Abschaffung Deutschlands&#8221; begründet - <em>&#8220;satirisch&#8221;</em> zu verstehen sei, das war der krönende Abschuß dieses Abends.</p>
<p>Jedoch nicht das Ende der eben erst beginnenden Verarbeitung. Denn Sarrazins Rückzug auf das Gebiet der Satire mag an seiner persönlichen Glaubwürdigkeit kratzen, doch seine &#8220;Thesen&#8221; gerade zur jetzigen Zeit haben Ursachen, die es aufzudecken gilt. Wird es doch immer offensichtlicher, daß bei Sarrazin erst die &#8220;Thesen&#8221;, die Behauptungen und Pauschalisierungen vorhanden waren, zu denen er sich erst dann die passenden Zahlen und Fakten gesucht hat. Was nichts mit wissenschaftlicher Methodik zu tun hat. Statt dessen wendet er Tricks an, wozu auch die bewußte Vermischung von Wahrheit und Lüge gehört. Tatsächlich sind manche seiner Beschreibungen zutreffend, nur mit den daraus gezogenen oder vermuteten Ursachen haben sie nichts zu tun.</p>
<p>Es ist daher mehr als bedauerlich, wenn der &#8220;Sozialexperte&#8221; Dressler den Parteiausschluß Sarrazin&#8217;s nur wegen der die Buchveröffentlichung <em>&#8220;begleitenden Äußerungen&#8221;</em> befürwortet, und explizit nicht wegen der <em>&#8220;Inhalte seines Buches&#8221;</em>. Denn beides gehört untrennbar zusammen und gerade der Inhalt des Sarrazinschen Buches ist es, den <a href="/?p=7299" class="liinternal">auch die SPD</a> ernsthaft diskutieren sollte.</p>
<p>Hoffen wir, daß es Maybrit Illner und ihren Gästen - darunter Grünen-Chef Cem Özdemir und die Politologin Naika Foroutan - heute Abend gelingt, inhaltlich über Sarrazin&#8217;s Thesen zu diskutieren und neue Erkenntnisse an den Tag zu bringen. Haben sie doch den unschätzbaren Vorteil, sich nicht mit der Person Sarrazin herumschlagen zu müssen.</p>
<p>Klaus Wallmann sen.</p>
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		<title>Stimmen zu Sarrazin&#8217;s &#8220;Thesen&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 13:54:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wallmann sen.</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
ließ mitteilen, Sarrazins Thesen seien &#8220;vollkommen inakzeptabel&#8221;. Der SPD-Politiker habe &#8220;ganze Gruppen der Gesellschaft ausgegrenzt und verächtlich gemacht&#8221; und schade &#8220;dem international hervorragenden Ansehen der Bundesbank&#8221;.

Bundesbank-Chef Axel Weber
distanzierte sich nach einer Sondersitzung des Vorstands - zu der Dr. Sarrazin nicht eingeladen war - von dessen &#8220;provokanten&#8221; Äußerungen: &#8220;Die Bundesbank ist eine Institution, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)</strong><br />
ließ mitteilen, Sarrazins Thesen seien <em>&#8220;vollkommen inakzeptabel&#8221;</em>. Der SPD-Politiker habe <em>&#8220;ganze Gruppen der Gesellschaft ausgegrenzt und verächtlich gemacht&#8221;</em> und schade <em>&#8220;dem international hervorragenden Ansehen der Bundesbank&#8221;</em>.<br />
<strong><br />
Bundesbank-Chef Axel Weber</strong><br />
distanzierte sich nach einer Sondersitzung des Vorstands - zu der Dr. Sarrazin nicht eingeladen war - von dessen <em>&#8220;provokanten&#8221;</em> Äußerungen: <em>&#8220;Die Bundesbank ist eine Institution, in der Diskriminierung keinen Platz hat. Die abwertenden Äußerungen von Dr. Sarrazin sind geeignet, den Betriebsfrieden erheblich zu beeinträchtigen.&#8221;</em></p>
<p><span id="more-7265"></span></p>
<p><strong>Maria Böhmer (CDU), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung</strong><br />
fordert Sarrazins Rücktritt als Bundesbanker.</p>
<p><strong>Frank Bsirske, ver.di-Vorsitzender</strong><br />
Sarrazin ist eine <em>&#8220;unerträglichen Belastung für eine öffentliche Institution wie die Bundesbank&#8221;</em> geworden.</p>
<p><strong>Siemens-Chef Peter Löscher</strong><br />
<em>&#8220;Schon jetzt hat die Debatte dem internationalen Ansehen des Standortes Deutschland mit Sicherheit geschadet.&#8221;</em></p>
<p><strong>Zentralkomitee der deutschen Katholiken</strong><br />
<em>&#8220;Geistige Brandstiftung&#8221;</em>.</p>
<p><strong>Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA)</strong><br />
rief anläßlich der Buchpräsentation zu einer Protestkundgebung unter der Losung <em>&#8220;Kein Podium für geistige Brandstifter&#8221;</em> auf. Der Versuch, eine aggressive Abwehrstimmung gegen eine vermeintliche Überfremdung Deutschlands zu erzeugen, erinnere an Publikationen der NPD oder an die rassistische Stimmungsmache rechtspopulistischer Organisationen, hieß es im Aufruf.</p>
<p><strong>Zentralrat der Juden in Deutschland</strong><br />
<em>&#8220;Rassenwahn&#8221;</em>.</p>
<p><strong>Claudia Roth, Grüne</strong><br />
<em>&#8220;Gespräche helfen bei diesem Quartals-Irren nicht weiter.&#8221;</em></p>
<p><strong>Daniel Cohn-Bendit, Grüne</strong><br />
bezeichnet S. als <em>&#8220;paranoid&#8221;</em>, <em>&#8220;dumm&#8221;</em> und <em>&#8220;irre&#8221;</em>.</p>
<p><strong>Zentralrat der Muslime in Deutschland</strong><br />
nannte Sarrazin <em>&#8220;den Inbegriff des hässlichen Deutschen&#8221;</em></p>
<p><strong>Ayman Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland</strong><br />
<em>&#8220;Herr Sarrazin gehört nicht in die SPD und auch nicht in die Bundesbank.&#8221;</em> Er sei <em>&#8220;ein Nazi in Nadelstreifen&#8221;</em>. Seine Thesen nutzten Extremisten und beförderten eine <em>&#8220;Talibanisierung der Integrationsdebatte&#8221;</em>. Sie seien kein Tabubruch, sondern die Unwahrheit und beförderten in Deutschland eine <em>&#8220;Südenbock- Diskussion&#8221;</em>.</p>
<p><strong>Burhan Kesici, Generalsekretär des Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland</strong><br />
<em>&#8220;Wir haben so etwas bisher nur von den Rechten gekannt, nicht aus der politischen Mitte und nicht von einem SPD-Mitglied.&#8221;</em></p>
<p><strong>Barbara John, ehem. Ausländerbeauftragte von Berlin</strong><br />
Sarrazin sei für sie <em>&#8220;ein Fall für die Couch&#8221;</em>. Seinen Argumenten aber müsse heftig widersprochen werden.</p>
<p><strong>Andrea Nahles, SPD-Generalsekretärin</strong><br />
<em>&#8220;Seine Auffassungen sind weit abgedriftet von den Werten der Sozialdemokratie.&#8221;</em><br />
<strong><br />
Guido Westerwelle (FDP), Außenminister</strong><br />
<em>&#8220;Wortmeldungen, die Rassismus oder gar Antisemitismus Vorschub leisten, haben in der politischen Diskus­sion nichts zu suchen.&#8221;</em></p>
<p><strong>Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Verteidigungsminister</strong><br />
<em>&#8220;Jede Provokation hat ihre Grenzen. Diese Grenze hat der Bundesbankvorstand Sarrazin mit dieser ebenso mißverständlichen wie unpassenden Äußerung eindeutig überschritten.&#8221;</em></p>
<p><strong>Prof. Hajo Funke, Politikwissenschaftler an der FU Berlin</strong><br />
<em>&#8220;Agitation von rechts.&#8221;</em><br />
<em>&#8220;Er macht das Geschäft der NPD. Es ist nicht nur rechtspopulistisch wie das Gedankengut von Jörg Haider oder Geert Wilders, es geht darüber hinaus, weil es klar rassistisch ist und Herr Sarrazin von der erblichen Struktur von ganzen Gruppen spricht.&#8221;</em></p>
<p><strong>Peter Gauweiler (CSU), Bundestagsabgeordneter</strong><br />
<em>&#8220;Auch wenn man ihm nicht in allen Punkten folgen muß: Zum Thema Überforderung Deutschlands durch Einwanderung haben sich Helmut Schmidt, Oskar Lafontaine und auch Rudolf Augstein schon härter geäußert.&#8221;</em></p>
<p><strong>Necla Kelek, Soziologin (stellte Sarrazins Buch am Montag vor)</strong><br />
<em>&#8220;Thilo Sarrazin leistet einen wichtigen Beitrag, indem er uns Muslime auffordert, über unsere Rolle in Deutschland zu reflektieren. Ihm Rassismus vorzuwerfen ist absurd, denn der Islam ist keine Rasse, sondern Kultur und Religion.&#8221;</em><br />
<em>&#8220;Hier hat ein verantwortungsvoller Bürger bittere Wahrheiten drastisch ausgesprochen und sich über Deutschland den Kopf zerbrochen.&#8221;</em></p>
<p><strong>Henryk M. Broder, Publizist</strong><br />
<em>&#8220;Es ist der erste Fall von Hexenjagd in Deutschland seit Mitte des 17. Jahrhunderts.&#8221;</em> (Womit er die massive Kritik an Sarrazin&#8217;s &#8220;Thesen&#8221; meint.)</p>
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		<title>Bei &#8220;Beckmann&#8221; zu Gast: Ein Nazi in Nadelstreifen</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 12:56:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wallmann sen.</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<category><![CDATA[Demagogie]]></category>

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		<category><![CDATA[Lesetipp]]></category>

		<category><![CDATA[Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[So nennt ihn Ayman Mazyek, der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, den Gast, den Herr Beckmann glaubte zu seiner gestrigen Talk-Sendung einladen zu müssen: Bundesbank-Vorstand und &#8220;Buch-Autor&#8221; Thilo Sarrazin. Anwesend waren außerdem Olaf Scholz, stellvertretender SPD-Vorsitzender, Renate Künast, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Aygül Özkan, niedersächsische Sozial- und Integrationsministerin (CDU), Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So nennt ihn Ayman Mazyek, der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, den Gast, den Herr Beckmann glaubte zu seiner gestrigen Talk-Sendung einladen zu müssen: Bundesbank-Vorstand und &#8220;Buch-Autor&#8221; Thilo Sarrazin. Anwesend waren außerdem Olaf Scholz, stellvertretender SPD-Vorsitzender, Renate Künast, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Aygül Özkan, niedersächsische Sozial- und Integrationsministerin (CDU), Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist, und natürlich Reinhold Beckmann selbst. Selbstverständlich ging es um die &#8220;Thesen&#8221; dieser <em>&#8220;Person des öffentlichen Lebens”</em> - wie sich Sarrazin selbst beschreibt -, die die <em>“elementare Lebenszusammenhänge knapp und klar auf den Punkt”</em> bringt.</p>
<p><span id="more-7264"></span></p>
<p>Natürlich war nicht zu erwarten, daß Sarrazin irgendetwas von seinen &#8220;Theorien&#8221; zu Bildung, Begabung, Intelligenz, Genetik und Vererbungslehre zurücknimmt. Hält er das, was er da (ganz alleine?) fabriziert hat, doch für <em>&#8220;wissenschaftlich solide&#8221;</em>, ohne daß er meine, <em>&#8220;die absolute Wahrheit zu verkünden&#8221;</em>. Letzteres ist nichts als eine Floskel, was Ranga Yogeshwar wohl auch bemerkte. Mit Blick auf <em>&#8220;200 Jahre nach Darwin&#8221;</em> brachte er seinen Zweifel zum Ausdruck, daß es sich bei Sarrazins Aussagen überhaupt um Wahrheiten handelt. Im weiteren Verlauf der Sendung war er allerdings auch der einzige, der an einer Diskussion interessiert war, die Herrn Sarrazin argumentativ auf den Topf gesetzt hätte.</p>
<p>Der Rest, die Politiker der verschiedenen Couleur, glänzten, wenn sie denn überhaupt mal etwas sagten, mit dem üblichen Politiker-Gewäsch, wobei sie die Banalitäten, die sie Sarrazin vorwarfen, selbst in die Runde streuten. Frau Künast war einfach nur peinlich und Beckmann selbst brillierte vor allem durch Argumentationslosigkeit. Insgesamt verpaßten die Damen und Herren (ob fahrlässig oder bewußt, das zu entscheiden überlasse ich mal dem Leser) eine großartige Chance, die Zahlen Sarrazin&#8217;s, die angeblich die wissenschaftliche Grundlage seiner &#8220;Thesen&#8221; sind, und die er <em>&#8220;methodisch immer sauber abgeleitet&#8221;</em> haben will, auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.</p>
<p>Lediglich die aus Berlin zugeschaltete Politologin und Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan, deren alltägliche Arbeit darin besteht, die Daten des Bundesamtes für Statistik und des Amtes für Migration und Flüchtlinge auszuwerten, gab der bis dahin &#8220;überraschend&#8221; harmlosen Runde eine Wendung. Ihre knappen und gut formulierten Sätze erzeugten erste Risse im Sarrazinschen Statistik-Gebäude. Während Sarrazin behauptet, 40 Prozent der Migranten leben von Transferleistungen, verweist Foroutan auf die amtlichen Statistiken, nach denen 80 Prozent der Migranten eigene Einkünfte aus selbstständiger oder Lohnarbeit haben. Während Sarrazin aus den von ihm verwendeten Statistiken herausliest, daß es kaum erkennbare Bildungs-Erfolge bei Migranten gibt, kontert Foroutan mit dem Hinweis, daß die Abiturienten-Quote bei türkischstämmigen Schülern in den letzten 30 Jahren von drei auf aktuell 18 Prozent gestiegen ist.</p>
<p>Und hätte der &#8220;beinharte&#8221; Herr Beckmann die Leitung nach Berlin nicht so &#8220;Überraschend&#8221; schnell wieder gekappt, wer weiß welche Sarrazinschen Zahlen da noch so als vermeintlicher Beweis der Sarrazinschen &#8220;Thesen&#8221; den Bach hinuntergegangen wären. Zum Beispiel die, nach der Deutschland eine Überfremdung drohe, weil &#8220;die Muslime&#8221; mittels höherer Geburtenrate Deutschland erobern würden. Denn tatsächlich leben bei uns derzeit 3,8 bis 4,3 Millionen Muslime, was gerademal einem Anteil von 5 Prozent an der Gesamtbevölkerung entspricht. Außerdem gibt es ausreichend wirklich wissenschaftliche Studien, die belegen, daß Migranten der zweiten und dritten Generation die ökonomisch(!) begründete Sichtweise auf Kinder als Form der Alterssicherung nicht mehr vertreten, und sich daher auch bei der Geburtenrate an die <em>“autochthone”</em> (Sarrazin) deutsche Bevölkerung angleichen. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Uni Rostock: <em>&#8220;Die Geburtenrate von Einwanderinnen der zweiten Generation hat sich in Deutschland der von Einheimischen weitgehend angepasst. Zwar sind Migrantinnen, die hier geboren wurden, bei der Heirat im Durchschnitt zwei Jahre jünger als Deutsche und werden entsprechend früher Mutter. Doch finden sich dann bei der Kinderzahl kaum noch Unterschiede zu Frauen ohne Migrationshintergrund.&#8221;</em></p>
<p>Und in der &#8220;Süddeutschen Zeitung&#8221; machte die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor auf eine weitere Tatsache aufmerksam, die so gar nicht zu den Sarrazinschen Szenarien passen will. <em>&#8220;Mittlerweile verzeichnet Deutschland jährlich mehr Auswanderer als Einwanderer - und das gilt auch für Türken: 2009 kamen 30.000. Und es gingen: 40.000.&#8221;</em></p>
<p>Zum laut Sarrazin mangelnden Schulerfolg muslimischer Schüler teilte die Berliner Senatsverwaltung dieses Jahr in Sachen Mittlerer Schulabschluß mit: <em>&#8220;Deutliche Verbesserungen gab es bei den Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, insbesondere bei den türkischen Schülern, von denen 76 Prozent (gegenüber 67 Prozent im Jahr 2007) erfolgreich waren.&#8221;</em> Zum diesjährigen Abitur heißt es: <em>&#8220;Der Anteil der Abiturientinnen und Abiturienten mit Migrationshintergrund beträgt berlinweit 15,6 Prozent (Vorjahr: 11,49 Prozent)&#8230; Die größte Gruppe stellen die türkisch-stämmigen Schülerinnen und Schüler: 469 mit und 267 ohne deutsche Staatsangehörigkeit.&#8221;</em></p>
<p>Sarrazin selbst war wie erwartet bemüht, seine &#8220;Thesen&#8221; und Anschauungen in Schutz zu nehmen. Gelungen ist ihm deren Verteidigung eher nicht, was den Eindruck verstärkt, daß der Inhalt seines &#8220;Werkes&#8221; zumindest zum Teil aus fremder Feder geflossen sein könnte. Gleichzeitig sucht er bereits zu entschärfen. Er verwahrt sich z.B. gegen <em>&#8220;böswillige Interpretationen&#8221;</em>. Nirgendwo in seinem Buch habe er genetische, stets nur kulturelle Gründe für die (von ihm behauptete) Integrationsunwilligkeit der Muslime angeführt, wobei er in der FAZ genau diese &#8220;These&#8221;, nach der die Integrationsprobleme in Kultur und Religion begründet seien, inzwischen nur noch als <em>&#8220;Vermutung&#8221;</em> charakterisierte. Geradezu eine Lachnummer, wenn die Sache nicht so ernst wäre. Denn bei all diesem Zurückrudern und Verschleiern blieb der Herr auch bei &#8220;Beckmann&#8221; bei seiner nicht im Buch geäußerten Behauptung: <em>&#8220;Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.&#8221;</em> Allerdings, so Herr Sarrazin, sei das nicht <em>&#8220;hinreichend präzise ausgedrückt&#8221;</em> und daher bedaure er die deswegen erwachsenen <em>&#8220;Irritationen und Missverständnisse&#8221;</em>. Entschuldigend fügte er hinzu: <em>&#8220;Ich bin kein Genetiker&#8221;</em> und: <em>&#8220;Um eine rassistische Äußerung handelt es sich nicht.&#8221;</em></p>
<p>Was der Historiker und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung Wolfgang Benz ganz anders sieht. Wenn eine Gruppe aufgrund ihrer Herkunft, Ethnizität oder Religion <em>&#8220;kollektiv verteufelt&#8221;</em> wird, so Benz in der gestrigen &#8220;Berliner Zeitung&#8221;, dann habe das durchaus Parallelen zum Antisemitismus. Auch Sarrazins Äußerungen zur genetischen Identität von Völkern und Ethnien seien unhaltbar. Wenn man eine Gruppe genetisch definiere, dann sei das purer Rassismus.</p>
<p>Parallelen zum Antisemitismus, purer Rassismus - und der NPD-Vorsitzende Voigt hält es wohl nicht zu Unrecht für naheliegend, dem Bundesbank-Vorstand einen Platz als <em>&#8220;Berater&#8221;</em> oder &#8220;gar als <em>&#8220;Ausländerrückführungs-Beauftragten&#8221;</em> in seiner faschistischen Partei anzubieten (Report Mainz, ARD). Denn dieses Angebot eines Faschisten an einen anderen Faschisten ist naheliegend. Mit sicherem Gespür hat Voigt den Gleichgesinnten erkannt.</p>
<p>Weitere Talkshows, die dem Herrn Sarrazin eine Plattform für die &#8220;Verteidigung&#8221; seiner &#8220;Thesen&#8221; geben, sollten sich damit erübrigt haben. Denn es geht nicht um diesen Herren, sondern um das, was er geschrieben hat. Das liegt Schwarz auf Weiß vor, und dazu sollten nun die Debatten geführt werden. Denn auch heute Abend wird Sarrazin die Einladung Plasbergs wohl vor allem dazu nutzen, &#8220;die Auflage zu steigern&#8221;, wie er gestern bei &#8220;Beckmann&#8221; freimütig bekannte. Doch um verkappten Faschisten Auftritte vor Millionen Menschen zu ermöglichen, ist das von uns finanzierte Öffentlich-Rechtliche wohl eher nicht da. Oder?</p>
<p>Klaus Wallmann sen.</p>
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		<title>LESETIPPS: Gegen Dummheit</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 09:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wallmann sen.</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ballast-Existenzen
&#8220;Deutschland wird immer dümmer: Die Tatsache, daß sein heute in Berlin präsentiertes Antimoslem-Buch schon vor dem Erscheinen außerordentlich hohe Verkaufszahlen aufweist, scheint zumindest auf den ersten Blick die These von Thilo Sarrazin zu bestätigen&#8221;, meint Knut Mellenthin. ZUM ARTIKEL
Der elitäre Kleinbürger 
&#8220;&#8230; Es han­delt sich dabei um ein bun­tes Pot­pour­ri aus wirt­schaft­li­chen, po­li­ti­schen, bio­lo­gis­ti­schen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ballast-Existenzen</strong><br />
<em>&#8220;Deutschland wird immer dümmer: Die Tatsache, daß sein heute in Berlin präsentiertes Antimoslem-Buch schon vor dem Erscheinen außerordentlich hohe Verkaufszahlen aufweist, scheint zumindest auf den ersten Blick die These von Thilo Sarrazin zu bestätigen&#8221;</em>, meint Knut Mellenthin. <a href="http://www.jungewelt.de/2010/08-30/044.php" target="_blank" class="liexternal">ZUM ARTIKEL</a></p>
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